Jagd mit Hund

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GPS-Förderung und Hundeschutzwesten voll ausgeschöpft!

Jägerin


Aufgrund der Vielzahl von Anträgen auf 80%-Förderung für Hundeortungsgeräte ist der Fördertopf für GPS-Geräte in diesem Jahr bereits ausgeschöpft. Wir bitten Hundeführer die aufgrund der angebotenen Förderung ihre Hunde mit diesen Geräten ausstatten möchten, die Anschaffung auf die kommende Förderperiode zu verschieben. Es ist bereits mit der Behörde abgestimmt im kommenden Haushaltsjahr eine ähnliche Förderung wiederaufzulegen. Der Landesjagdverband wird wie gewohnt rechtzeitig in seinem Mitteilungsblatt „Wir Jäger in Sachsen-Anhalt“ über den Zeitraum des Förderprojektes 2018 informieren.

BITTE BEACHTEN SIE: Förderfähig sind GPS-Geräte, die innerhalb des Projektzeitraumes angeschafft werden. Anschaffungen vor oder nach dem genannten Zeitraum, können aus förderrechtlichen Gründen nicht gefördert werden!

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21. Landessiegersuche 2017 in den Revieren um Friedrichsbrunn

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20. Landessiegersuche 2016 in Friedrichsbrunn

Schweißarbeit

Nach guter Tradition organisierte der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt 2016 eine Landessiegersuche. Ein besonderer Dank geht dabei an den Forstbetrieb Ostharz, der dafür die Reviere Dambachhaus und Harzgerode sowie einen Frischling als Endstück zur Verfügung stellte. Von der Geländeausformung, der Waldbestockung und den vorkommenden Wildarten finden wir hier ideale Bedingungen für diese hochwertige und äußerst schwere Verbandsschweißprüfung vor. Am Vortag der Prüfung wurden die Fährten entsprechend der Verbandsschweiß-Prüfungsordnung(VSwPO) des JGHV (1000 m Übernachtfährte mit mindestens 20 Stunden Stehzeit) vom Schweißrichter Helmut Rasel und den zwei Mitarbeitern der Geschäftsstelle gelegt. Verwendet für die getupften Fährten wurde Rotwildschweiß. Gemeldet waren in diesem Jahr vier Gespanne. Darunter ein Teckel, zwei Deutsche Wachtelhunde und eine Alpenländische Dachsbracke. Die Fährten wurden nach der Eröffnung, Kontrolle der Papiere und Ausweise unter den Hundeführern verlost. Die 5. Fährte wurde nicht gezogen und stand somit als Reservefährte zur Verfügung. Unter Leitung von Landeshundeobmann Jens Radtke (DW) begab sich die Schweißrichtergruppe, vertreten durch Helmut Rasel (KIM) und Gerd Jahn (PP) mit den Hundeführern zur Arbeit ins Revier. Reichlich Sonnenschein, Hitze und vor allem die starke Trockenheit am Vortag und am Tag der Prüfung ließ in den gemischten Waldbeständen auf doch recht schwere Arbeitsbedingungen für die Suche schließen. Zahlreiche Verleitfährten von Rot-, Reh- und Schwarzwild machten es den vier Gespannen auch nicht leicht. Die 1. Fährte wurde von dem Rauhhaarteckelrüden „Otto von der Ziegelquelle“ mit Hundeführer Reinhard Müller gearbeitet. Nach Anfangs guter Suche fand der Rüde nicht zum Stück und erhielt nach 59 Minuten den 3. Rückruf durch die Richter. Die 2. Fährte arbeitete der Deutsch Wachtelrüde „Vim von Rustens“ unter Clemens Westermann. Die Unsicherheiten am Anfang mit gleich zwei Rückrufen durch die Richter wurden durch die ruhige Suche des Rüden überwunden, so dass der Hund nach gut einer Stunde seinen Führer zum Endstück brachte. Auf der 3. Fährte arbeitete der Wachtelrüde „Quinger vom Harzjäger“ unter Andreas Leier sehr zielstrebig und sicher. Lediglich in der Hälfte der Fährte hatte er einen Hänger, was ihm ebenfalls zwei Rückrufe durch die Richter bescherte. Der letzte Teil wurde dann wieder in der Anfangs gezeigten Sicherheit und Fährtentreue absolviert und nach 49 Minuten erreichte das Gespann den Frischling. Der Alpenländische Dachsbrackenrüde „Anton vom Augustenhof“ und sein Hundeführer Axel Meyer waren mit der 4. Fährte als letzte auf der Kunstfährte. Auch dieses Gespann hatte in der Fährtenmitte Schwierigkeiten, jedoch konnten diese überwunden und nach ebenfalls zwei Rückrufen durch die Richter und 75 Minuten das Endstück verblasen werden. Nach der Prämierung der bestandenen Hunde mit jeweils dem Prädikat Sw III entschied sich die Richtergruppe den Deutsch Wachtelrüden „Quinger vom Harzjäger“ zum Suchensieger zu küren. Der Hundeführer Andreas Leier konnte es kaum fassen, nun den Siegerpokal entgegenzunehmen. Vizepräsident Albrecht Hellwig bedankte sich zum Abschluss bei allen Helfern und Richtern für die gute Vorbereitung der diesjährigen Siegersuche.

LSS2016

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Hunde

Der "Landesjagdverband Sachsen-Anhalt e.V." vertritt die Interessen des Jagdgebrauchshundewesen in Sachsen-Anhalt. Ein brauchbarer Jagdhund ist für eine weidgerechte Jagdausübung unerlässlich. Das Jagdgesetz schreibt den Einsatz von Jagdhunden für die jeweilige Jagdart in § 2 LJagdG vor und fordert, dass die Hunde entsprechend ausgebildetund geprüft sein müssen. Die jährlichen Gebrauchsprüfungen sind dabei mit einer Meisterprüfung für den Hund gleichzusetzen.

Der Landesjagdverband fördert die erfolgreiche Prüfungsleistung der Jagdhunde die zur Brauchbarkeit führt mit 25 Euro pro Hund. Besonderer Höhepunkt für Nachsuchenhunde ist die jährliche Landessiegersuche, die den Anspruch einer Verbandsschweißprüfung erfüllt. Hier gilt es für die Hunde auf einer künstlich hergestellten 1000 m langen Fährte, die mehrfach die Richtung wechselt, ein Stück Wild sicher zu finden.

Eine Verbandsschweißprüfung ist wiederum Voraussetzung für die Anerkennung als bestägtigter Schweißhundeführer. Die Bestätigung wird durch die oberen Jagdbehörde durchgeführt. Bestätigte Schweißhundeführer sind  berechtigt, Nachsuchen auf Schalenwild mit Hund und Schusswaffe ohne Rücksicht auf Jagdbezirksgrenzen durchzuführen. Der oder die Revierinhaber der durchquerten Reviere sind im Nachgang unmittelbar über die durchgeführte Nachsuche zu verständigen. Das Verfahren zur Bestätigung von Schweißhundführer wird in den Ausführungsbestimmungen zum Landesjagdgesetz genau vorgegeben und ist .

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Förderung Anschaffung von Hundeschutzwesten, GPS-Ortungsgeräten und Bauhundsendern

Schutzwestenförderung

Die verstärkte Bejagung von Schwarzwild erfordert einen erhöhten Einsatz entsprechend ausgebildeter Jagdhunde. Häufigste Unfallursache für Jagdhunde ist und bleibt die Nachsuche. Zur Minderung des Verletzungsrisikos durch wehrhaftes Wild hat sich in der Praxis die Ausrüstung der Jagdhunde mit Schutzwesten sowie der Einsatz von GPS-Ortungsgeräten bewährt. Die Neuanschaffungskosten werden in diesem Jagdjahr jeweils durch zwei Maßnahmen gefördert. Zum einen über die Jagdabgabe und zum anderen über Rahmenverträge mit Händlern. Über Förderung aus der Jagdabgabe wird die Anschaffung von Hundeschutzwesten mit einem Zuschuss von 150 Euro pro Hund  Diese Förderung ist an folgende Vorraussetzungen geknüpft:

1. Alter der Hunde: bis maximal zum vollendeten 8. Lebensjahr  2. Anzahl: maximal 2 Schutzwesten  3. Brauchbarkeit: eine erfolgreichen Prüfung in den Fachgruppen D oder muss mit einer Zeugniskopie nachgewiesen werden.Der entsprechende Förderantrag für die Zuschussförderung aus der Jagdabgabe ist hier abrufbar. FDie Förderung bezieht sich auf auf Neuanschaffungen im aktuellen Jagdjahr. Anträge sind bis zum 30.11. in der Geschäftsstelle des LJV Sachsen-Anhalt einzureichen.

Förderantrag

Neu dazu gekommen ist die Förderung von Bauhundsendern. Die Vorraussetzungen dafür ist die Fachgruppe E

Fördersumme: 150€

Bauhundsender

Unabhängig von der befristeten Förderung aus der Jagdabgabe bekommen Mitglieder des Landesjagdverbandes für die Anschaffung von Hundeschutzwesten gegen von der Firma Müller & Söhne einen Rabatt von 15 % auf den Listenpreis. Der Aufdruck des LJV-Logos ist inklusiveVorlage ihrer Mitgliedskarte per Mitgliedsausweis. 

Anschrift Firma Müller & Söhne HF GmbH & Co KG: Mark Liebermann, Am Schiessanger 12, 92526 Oberviechtach, Tel. 0171/9594557, Fax 09671/9211-44, info@laufenderKeiler.de

Hundeschutzweste

Anschrift Grube KG Forstgerätestelle: Hützeler Damm 38, 29646 Bispingen
Germany, Telefonnummer: +49(0)5194/900 0, Faxnummer: +49(0)5194/900 270, www.grube.de

Garmin

GPS Ortungsgeräte

  • Garmin Alpha 100/T5 Bundle mit Halsband              
  • Garmin Astro 320/T5 Bundle mit Halsband
  • Garmin Alpha 100/T5 inkl. Topo V7 Pro micro SD- Karte

Zusätzliches Halsband für einen weiteren Hund

  • Garmin T5 Hundehalsband
  • Topografische Vektorkarte

Wichtiger Hinweis!

Der Betrieb innerhalb des Bundesgebietes ist nur nach Anmeldung bei der zuständigen Behörde gestattet (jedes zusätzliche Halsband muss ebenfalls angemeldet werden). Im Auftragsfall wird ein entsprechendes Anmeldeformular beigefügt. Die Kosten für die Anmeldung und Nutzung sind im Angebotspreis nicht enthalten.

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Versicherungsbedingungen für Jagdhundebesitzer

Generali Logo

Anmeldung

Die Anmeldung der im Besitz befindlichen bzw. neu angeschafften Jagdhunde direkt beim LJV ist für unsere Jagdhundeführer mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Trotzdem sei hier nochmals auf diese Notwendigkeit verwiesen. Als Bestätigung für eine erfolgte Anmeldung erhält der Hundebesitzer von der LJV-Geschäftsstelle die gelbe Prüfungsnachweiskarte zugeschickt.

Hundehalterhaftpflichtversicherung

Für jedes über den LJV versicherte Verbandsmitglied sind entsprechend den Versicherungsbedingungen der Jagdhaftpflichtversicherung automatisch jetzt 3 Jagdhunde mitversichert. Befinden sich mehr als drei Jagdhunde im Besitz des versicherten Jägers, gelten die drei am längsten im Besitz befindlichen Jagdhunde als mitversichert. Diese Mitversicherung erstreckt sich auf die ganz wichtige Hundehalterhaftpflicht. Das heißt, es sind für die jeweils mitversicherten Jagdhunde alle Schäden versichert, die ein Hund gegenüber Dritten anrichtet. Das gilt sowohl für Schäden, die der Hund im Jagdbetrieb anrichtet, als auch für Schäden, die der Hund im sonstigen privaten Umfeld verursacht. Beispiel für Schäden im Jagdbetrieb: der Hund gerät beim stöbern auf eine Straße und verursacht einen Verkehrsunfall mit Schäden an einem Pkw. Schäden im privaten Bereich: Der Hund zerkaut die Schuhe eines Freundes der bei Ihnen zu besuch ist. Grundsätzlich gilt für die Hundehalterhaftpflichtversicherung, dass der Hund bis zur Vollendung des 36. Lebensmonats als in der Ausbildung befindlich ohne weitere Bedingungen und ohne Nachweis von Brauchbarkeitsprüfungen mitversichert ist. Nach Vollendung des 36. Lebensmonats muss der Hundebesitzer für seinen Hund einen Brauchbarkeitsnachweis erbringen. Das heißt, der Hund muss eine rassespezifische Leistungsprüfung oder eine Brauchbarkeitsprüfung nach den Ordnungen der Länder abgelegt haben, mit der ihm für eine oder mehre jagdliche Fachgruppen definitiv eine Brauchbarkeit bescheinigt wird.

Ganz ausdrücklich sei darauf verwiesen, dass Jugend- bzw. Anlagenprüfungen nicht zu einer Brauchbarkeit führen, ebenso nicht so genannte Naturleistungszeichen. So ist z. B. ein Spurlaut- oder Sichtlautnachweis keine Prüfung, sondern der Nachweis einer vererbten bzw. vorhandenen Anlage. Gleiches gilt auch für Wasserfreude, Spurwille oder Nasenleistung. Naturleistungszeichen für sich allein, also ohne vorangegangene Leistungs- oder Brauchbarkeitsprüfung in der jeweiligen Fachgruppe zählen ebenfalls nicht als Brauchbarkeitsnachweis.
Nach den rassespezifischen Prüfungsordnungen, z. B. des Deutschen Teckelklubs, dürfen in der jagdlichen Praxis nachgewiesene Leistungen dem jeweiligen Hund nur zuerkannt werden, wenn er vorher regulär in der jeweiligen Fachgruppe erfolgreich geprüft worden ist. Das heißt konkret, dass ein Hund das Naturleistungszeichen Schweiß-Natur nur bescheinigt bekommt, wenn er zuvor eine Schweißprüfung abgelegt hat. Gleiches gilt auch für das Naturleistungszeichen Bau. Hier muss zuvor eine Bauprüfung absolviert worden sein.
Es würde eine völlige Ungleichbehandlung gegenüber regulär leistungsgeprüften Hunden vorliegen, wenn diese so genannten Naturleistungszeichen für sich allein zur Erlangung einer Brauchbarkeit führen würden. Regelmäßig ist bei der Abnahme bzw. Bestätigung dieser Naturleistungszeichen nichts weiter nachzuweisen. Die komplette Fachgruppe Gehorsam gehört nicht dazu. Und gerade sie ist es, die den gut ausgebildeten Jagdhund ausmacht. Auf Verdacht einen zuvor nicht geprüften Hund eine natürliche Wundfährte arbeiten zu lassen oder ihn in einen Fuchsbau einschliefen zu lassen oder ihn stöbern zu lassen und bei entsprechendem Erfolg hinterher diesen Hund als leistungsgeprüft zu deklarieren, geht also nicht.
Das wird auch im Versicherungsfall nicht als Leistungs- bzw. Brauchbarkeitsnachweis anerkannt. Das soll hier nochmals mit aller Deutlichkeit hervorgehoben werden.

Tierleben- und Tierarztkostenversicherung

Analog werden diese Kriterien auch bei der Bearbeitung von Schäden zur Anwendung gebracht, die der Hund selbst erleidet. Soll Ersatz für einen tödlich verunglückten Jagdhund geleistet werden bzw. sollen Tierarztkosten erstattet werden, müssen die betroffenen Jagdhunde ebenso die konkreten Versicherungsbedingungen erfüllen. Voraussetzung für die Regulierung dieser Schäden ist zusätzlich das Vorhandensein von JGHV-Ahnentafeln.

Im Unterschied zur Hundehalterhaftpflichtversicherung ist die der Versicherungsschutz der Tierleben- und Tierarztkostenversicherung zeitlich begrenzt. Versichert sind Jagdhunde bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres.

Download Versicherungsbedingungen

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Jagdhundeprüfungen 2017

Die aktuellen Termine der Jagdgebrauchshundevereine sind da. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie die Prüfungstermine der Rassevereine und darüber hinaus auch andere Veranstaltungen. Prüfungsplan für Jagdgebrauchshunde 2017

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Jagdhundeausbildung im Schwarzwildgatter

Schwarzwild vor der Kamera

Wildschweinen geht es in Deutschland „saugut“. Durch den Klimawandel und den vermehrten Anbau von Energiepflanzen wie Mais und Raps, vermehren sie sich jährlich um bis zu 300 Prozent. Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen, in städtischen Vorgärten oder in Naturschutzgebieten sind die Folge. Mehr als 500.000 Wildschweine werden jährlich erlegt. Die Jagd ist ein unerlässliches Mittel, um die Bestände zu reduzieren. Damit die Jagdhunde sich auf Nachsuchen nicht selbst gefährden, üben sie im Schwarzwildgatter den Umgang mit wehrhaftem Wild.

Studien zeigen, dass die Hundeausbildung für Wildschweine in Gattern keinen Stress bedeutet (Erler, Ralf (2010): Untersuchung zur Stressbelastung von Wildschweinen bei der Ausbildung von Hunden zur Verhaltensanpassung im Schwarzwildgatter. Tierärztliche Hochschule Hannover. Link: http://bit.ly/1elkgop). Vielmehr sind Schwarzwildgatter aus Tierschutzgründen unerlässlich: Die Hunde lernen dort, dass sie Abstand vom Wild halten müssen, um sich und das Tier nicht zu gefährden. Ein brauchbarer Jagdhund muss ein Wildschwein beharrlich in Bewegung halten, soll es aber nicht blindlinks attackieren. Durch die beaufsichtigte Arbeit am lebenden Wild lassen sich aggressive oder ängstliche Hunde frühzeitig erkennen.Wie das funktioniert zeigen wir am Beispiel des  Schwarzwildgatter Zehdenick in einm Film.

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Versicherungsschutz für Hundeführer und Verbandsrichter

Wer einen Jagdhund jagdlich führen will, muß im Besitz eines Jagdscheines sein. Um einen Jagdschein zu erlangen bzw. zu verlängern, muß der Nachweis eines gültigen Jagdhaftpflichtversicherungsvertrages erbracht werden. Die Jagdhaftpflichtversicherungen enthalten in der Regel eine Hunderhalterhaftpflichtversicherung für zwei oder drei Jagdhunde. Die LJV-Jagdhaftpflichtgruppenversicherung bei der Generali Versicherung enthält eine Hundehalterhaftpflichtversicherung für zwei Jagdhunde. Die Jagdhaftpflichtversicherung bietet Schutz für den Jäger vor Haftpflichtansprüchen Dritter. D. h. konkret, wenn der Jäger im Rahmen befugter Jagdausübung bzw. Waffennutzung, - Jagdhundeausbildung, -führung und –prüfung gehören dazu, einem Dritten einen Schaden zufügt. Gleiches gilt für die von den mitversicherten Jagdhunden verursachten Schäden, Regelmäßig erstreckt sich die eingeschlossene Hundehalterhaftpflicht auch auf die nicht jagdlichen Bereiche, d. h. auch auf Schäden, die Jagdhunde außerhalb des jagdlichen Einsatzes verursachen.

Beispiele:

- Der Hundeführer verletzt bei der Jagdhundeausbildung oder –prüfung bei der Feststellung der Schussfestigkeit eine andere Person durch einen Schrotschuß. Die Jagdhaftpflichtversicherung kommt für den Schaden auf.
- Ein Jagdhund verletzt bei der Prüfung durch Biß eine Person oder kollidiert freilaufend auf der Hasenspur mit einem Auto und es entsteht ein Schaden am Auto. Die Jagdhaftpflichtversicherung kommt für den Schaden auf.
- Ein Jagdhund tötet auf dem Nachbargrundstück Hühner oder Kaninchen oder er beißt den Briefträger. Die Jagdhaftpflichtversicherung reguliert den Schaden.

Damit ist durch die Jagdhaftpflichtversicherung der sehr wichtige Bereich des Schutzes vor Ansprüchen Dritter abgesichert. Für über die Jagdhaftpflicht-Gruppenversicherung des LJV Sachsen-Anhalt versicherten Verbandsmitglieder gilt eine Erweiterung des Schutzes speziell für Jagdhunde.

Kommt ein Jagdhund während des jagdlichen Einsatzes, der Ausbildung oder Prüfung zu Schaden, wird er getötet oder verletzt zahlt die Versicherung entweder die laut Vertrag festgelegte Todesfallsumme oder übernimmt Tierarztkosten. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach den Vorgaben des Versicherungsvertrages (Versicherungsbedingungen unter www.ljv-sachsen-anhalt.de).

Häufige Todes- oder Verletzungsursachen sind Unfälle im Straßenverkehr oder Attacken durch wehrhaftes Schwarzwild. Voraussetzung für die Regelung dieser Schäden ist, dass der Jagdhund ordnungsgemäß beim LJV angemeldet und in der Jagdhundedatei erfasst ist. Die gelbe Prüfungsnachweiskarte – ausgestellt von der LJV-Geschäftsstelle – ist die Bestätigung dafür.
Der weitere wichtige Versicherungsbereich ist die Unfallversicherung. Sie ist nicht Bestandteil der normalen Jagdhaftpflichtversicherung. Hier muß der Jäger, soweit er nicht als Revierinhaber über die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft zwangsweise unfallversichert ist und ausschließlich in seinem gepachteten Revier (oder in der eigenen Eigenjagd) tätig wird, private Vorsorge treffen. Das geht in der Regel nur über eine freiwillige private Unfallversicherung, deren Deckungssummen im Versicherungsvertrag individuell vereinbart werden können. Diese Unfallversicherung zahlt im konkreten Fall nur für unfallbedingte dauernde Körperschäden. Kommt es unfallbedingt zur Vollinvalidität, werden 100 % der vereinbarten Deckungssumme gezahlt. Für geringere bleibende Körperschäden werden anteilig von der Deckungssumme je nach Grad der Schädigung (z. B. Verlust von Gliedmaßen, Schädigung des Augenlichtes, des Gehöres oder der Beweglichkeit) geringere Beträge gezahlt. Die normale private Unfallversicherung zahlt keine Heil- und Behandlungskosten in unfallbedingten Krankheitsfällen.

Eine Ausnahme bildet hier die Unfallversicherung für die Revierinhaber über die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft. Diese bezahlt neben Entschädigungen für bleibende Körperschäden auch Heil- und Behandlungskosten und evtl. auch Unfallrenten. Unbedingte Voraussetzung dafür ist aber, dass der Unfall im versicherten eigenen Revier passiert sein muß. Dieses Revier ist versicherungsrechtlich das versicherte „landwirtschaftliche Unternehmen“. Insofern unterliegen auch Unfälle bei der Jagdhundeausbildung und –führung im eigenen Revier diesem Versicherungsschutz. Dieser Versicherungsschutz erstreckt sich aber keinesfalls auf Teilnehmer einer Jagdhundeprüfung für die der Revierinhaber sein Revier zur Verfügung gestellt hat. Versichert sind nur der Revierinhaber und ein sehr begrenzter Kreis beauftragter Jagdhelfer, die im Auft rag des Revierinhabers konkrete Leistungen erbringen. Hundeführer zählen regelmäßig leider nicht dazu.

Speziell für über den LJV Sachsen-Anhalt versicherte Jäger gilt, dass zum Versicherungspaket des LJV eine spezielle Jagdunfallversicherung gehört. Sie kommt für Unfälle während jeder berechtigten jagdlichen Tätigkeit auf. Die Deckungssumme beträgt für den Fall der Vollinvalidität 15.000 Euro und für den Todesfall 10.000 Euro. Zu den obengenannten berechtigten jagdlichen Tätigkeiten gehört wiederum auch die Jagdhundeausbildung, -führung und –prüfung. Alle über den LJV Sachsen-Anhalt versicherten Jagdhundeführer und JGHV-Richter können auch für Unfälle die bei Jagdhundeprüfungen passieren, diesen Unfallversicherungsschutz in Anspruch nehmen. Gezahlt wird aber nur für unfallbedingte bleibende Körperschäden, nicht für Heil- und Behandlungskosten.

Keiner der Jagdhaftpflichtversicherungsverträge (egal ob individuelle oder Gruppenversicherung mit Unfallversicherungsschutz) bietet einen Krankenversicherungsschutz. Passiert einem Hundeführer während der Jagdhundeausbildung, -führung oder –prüfung ein Unfall mit Körperschaden kommt für die Heil- und Behandlungskosten seine persönliche Krankenversicherung auf. Welche Krankenversicherung das ist spielt keine Rolle, ob AOK, Barmer, IKK oder private Krankenversicherung. Sie zahlen für Arzt- oder Krankenhauskosten bis zur Wiederherstellung der Gesundheit. Die Leistungen richten sich dabei nach dem Inhalt des Krankenversicherungsvertrages.

Die Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen ist völlig unabhängig davon aus welchem Bundesland der Hundeführer oder (bei Jagdhundeprüfungen) der JGHV-Richter kommt. Jagdhaftpflichtversicherungen gelten in der Regel weltweit, Unfallversicherungen zumindest bundesweit. Bei Krankenversicherungen sind spezielle Auslandsleistungen zu beachten.

Damit dürfte klar sein, dass z. B. ein Jagdhunde-Rasseverein für seine Vereinstätigkeit, vor allem für von ihm ausgerichteten Jagdhundeprüfungen oder Übungstage keine spezifischen Versicherungsverträge abzuschließen braucht. Wohl aber wäre er verpflichtet, vor jeder Jagdhundeprüfung festzustellen, ob die teilnehmenden Hundeführer Inhaber eines gültigen Jagdscheines und damit einer Hundehalterhaftpflichtversicherung sind.

Der bei Jagdhundeprüfungen wie auch im allgemeinen Jagdbetrieb unverzichtbare Einsatz von Kraftfahrzeugen und die daraus resultierenden Schäden gegenüber Dritten deckt die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung ab, die ähnlich der Jagdhaftpflichtversicherung, für die Kfz-Zulassung Voraussetzung ist. Rammt also ein Hundeführer oder ein JGHV-Richter während der Hundeausbildung oder –prüfung mit seinem Kfz ein anderes Fahrzeug, haftet für den entstandenen Schaden seine Kfz-Haftpflichtversicherung.

Für die von den Kommunen in Sachsen-Anhalt auf der Grundlage des „Kampfhundegesetzes“ für jeden dort anzumeldenden Hund geforderten Hundehalter-Haftpflichtversicherung dürfte speziell für Jagdscheininhaber der Nachweis der abgeschlossenen Jagdhaftpflichtversicherung ausreichen, da diese Jagdhaftpflichtversicherungen in der Regel eine Hundehalterhaftpflicht enthalten.

Zu beachten wäre lediglich, dass die Deckungssummen den Anforderungen des „Kampfhundegesetzes“ entsprechen müssen. Mit einer pauschalen Deckungssumme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden in Höhe von 3 Mio Euro wird der Gruppenversicherungsvertrag des LJV Sachsen-Anhalt diesen Anforderungen vollauf gerecht. Die konkreten Versicherungsbedingungen können von der LJV-Internetseite www.ljv-sachsen-anhalt.de heruntergeladen werden und dürften unter gleichzeitiger Vorlage der LJV-Mitglieds- und Versicherungskarte gegenüber der Kommune als Versicherungsnachweis für den anzumeldenden Hund ausreichen. Geschäftsstelle

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Hinweise zur Anmeldung der Jagdhunde in den Kommunen

Mit dem Inkrafttreten des „Gesetzes zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren“ (landläufig als Kampfhundegesetz bezeichnet) zum 1. 3. 2009 ergeben sich auch für die Halter von Jagdhunden Forderungen, denen sie bei Androhung von Ordnungsgeldern nachzukommen haben. Diese Forderungen ergeben sich aus § 2 Abs. 3 Allgemeine Pflichten des oben genannten Gesetzes:

„(3) Die Halterin oder der Halter eines Hundes ist verpflichtet, spätestens drei Monate nach der Geburt des Hundes eine Haftpflichtversicherung über mindestens eine Million Euro für Personen- und Sachschäden sowie 50000 Euro für sonstige Vermögensschäden abzuschließen und aufrechtzuerhalten.“

Von den kommunalen Verwaltungen wird bei der Anmeldung der Jagdhunde in der Kommune zwecks Erhebung/Ermäßigung/Erlass der Hundesteuer vom jeweiligen Halter des Hundes der Nachweis der vom Gesetz geforderten Hundehalterhaftpflichtversicherung verlangt. Das ist für Jagdscheininhaber insofern kein Problem, da jede Jagdhaftpflichtversicherung die Mitversicherung der Hundehalterhaftpflicht für mindestens 2 Hunde beinhaltet.

Wir empfehlen daher allen beim LJV versicherten Jägern, die bei ihrer Stadt-/Gemeindeverwaltung einen Jagdhund neu anmelden, dort ein Exemplar der aktualisierten Versicherungsbedingungen zum Versicherungsvertrag H 1483051 und ihre Mitglieds- und Beitragskarte vorzulegen. Die Deckungssumme nach diesem Vertrag beträgt pauschal für Personen-, Sach und Vermögensschäden 3 Millionen Euro. Die Versicherungsbedingungen finden sie regelmäßig in unserem Mitteilungsblatt und stehen ihnen auch im Bereich Download unserer Internetseite bereit. Das dürfte als Nachweis für das Bestehen einer gesetzeskonformen Hundehalterhaftpflichtversicherung entsprechend dem „Gesetz zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren“ ausreichend sein.

Zu beachten wäre zusätzlich, dass nach § 2 Absatz 2 der Jagdhund mit einem Mikrochip (Transponder) von einem Tierarzt zu kennzeichnen ist. Einige Rassevereine haben bereits veranlasst, dass bei ihren Züchtern Welpen zur Wurfabnahme nicht mehr tätowiert, sondern mit Mikrochip (Transponder) gekennzeichnet werden. Soweit noch nach herkömmlicher Art tätowiert wurde, sollte, falls bei der Anmeldung des Hundes nach der Kennzeichnung gefragt wird, auf die Täto-Nummer verwiesen werden. Eine nachträgliche Kennzeichnung mit einem Mikrochip durch einen Tierarzt ist möglich und kostet etwa 25 €.

Mit der Anmeldung  des Jagdhundes in der jeweiligen Kommune ist der Hundebesitzer verpflichtet zur Erfassung in einem zentralen Register im Landesverwaltungsamt nach § 15 Abs. 3 folgende Daten zu übermitteln:

1. Geschlecht und Geburtsdatum des Hundes

2. die Kennnummer des Transponders

3. die Rassezugehörigkeit des Hundes oder Angaben zur  Kreuzung des Hundes

4. Name und Anschrift der Halterin oder des Halters

5. Bescheinigung des Versicherers über das Bestehen einer Hundehalterhaftpflichtversicherung.

Wie der unter Punkt 5 geforderte Versicherungsnachweis zu erbringen ist, wurde vorstehend dargelegt. Aufgrund von Anfragen in der LJV-Geschäftsstelle zur Registrierung der obengenannten weiteren Daten durch die Kommunen stellen wir hiermit klar, dass die Erfassung der Daten des Hundes und des Besitzers in der zentralen Jagdhundedatei des LJV Sachsen-Anhalt die nochmalige Erfassugn der Daten durch die Kommunen nicht ersetzt. Der Halter/Besitzer eines Jagdhundes kann die Übermittlung der vom Gesetz geforderten Daten an die Kommune nicht mit dem Hinweis verweigern, dass der Jagdhund bereits beim Landesjagdverband Sachsen-Anhalt e. V. erfasst sei. Die beiden Hundedateien haben nichts mit einander zu tun und werden unabhängig von einander geführt. Der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt e. V. lehnt es auch aus Datenschutzgründen strikt ab, seine verbandsinterne Jagdhundedatei dem Landesverwaltungsamt zur Verfügung zu stellen.

Insofern richtet sich die Bitte an alle Jagdhundebesitzer, die vom „Kampfhundegesetz“ geforderten Daten den Kommunen zur Verfügung zu stellen.

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Jagdrechtliche Vorgaben für den Einsatz von Jagdhunden in Sachsen-Anhalt

Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist der Einsatz von Jagdhunden in Sachsen-Anhalt durch das Landesjagdgesetz und die entsprechenden Ausführungsbestimmungen recht eindeutig geregelt. Das LJagdG definiert schon in § 2 -Hege- welche Jagdhunde wann und wo einzusetzen sind. Abs. 3 trifft die eindeutige Aussage: „Die Jagd ist, den Geboten der Weidgerechtigkeit entsprechend, nur mit für den jeweiligen Einsatz erfolgreich geprüften brauchbaren Jagdhunden auszuüben. Es muss jeweils mindestens ein solcher Jagdhund

1.      für die Jagd in einem Jagdbezirk zur Verfügung stehen,

2.      bei jeder Such-, Drück- oder Treibjagd, bei jeder Jagd auf Wassergeflügel und bei jeder Baujagd mitgeführt werden,

3.      bei jeder Nachsuche eingesetzt werden.“ Speziell auf Punkt 3 bezogen heißt das, dass Hunde , die zur Schweißarbeit eingesetzt werden, auch über eine erfolgreich bestandene Schweißprüfung verfügen müssen.

Es muss nach Punkt 1 ein solcher Hund für jedes Revier zur Verfügung stehen. Dabei bleibt es dem Revierinhaber überlassen, wie er die Erfüllung dieser Verpflichtung sicherstellt. Er ist nicht gezwungen, selbst einen eigenen entsprechend geprüften Jagdhund zu halten. Wichtig für ihn ist es, dass durch klare Absprachen, Regelungen bzw. Vereinbarungen im Bedarfsfall der Einsatz eines Schweißhundes unbedingt gesichert sein muss. Auch ohne für den Jäger erkennbare Schusszeichen kann Wild krankgeschossen sein und ist der tatsächliche Einsatz eines für die Nachsuche brauchbaren Hundes geboten.

Der § 22a des BJagdG -Vermeidung von vermeidbaren Schmerzen oder Leiden des Wildes- verlangt das unverzügliche Erlegen krankgeschossenen Wildes, um es vor vermeidbaren Schmerzen und Leiden zu bewahren. Dieser Paragraf regelt auch die grundsätzliche Frage der Wildfolge, überlässt es aber den Ländern, in ihren LJagdG Näheres zur Wildfolge festzulegen. Das LJagdG Sachsen-Anhalt regelt das in § 28 -Wildfolge-. Nach § 28 Abs. 2 ist beim Wechseln beschossenen Wildes über die Jagdgrenze, wenn das Wild nicht mehr sichtbar ist, mit dem Jagdnachbarn unverzüglich eine Vereinbarung über die notwendige Nachsuche zu treffen. Dieser § 28 räumt ausdrücklich die Möglichkeit ein, über Einzelvereinbarungen zur jeweiligen Nachsuche hinaus zwischen den Revieren weiterführende schriftliche Wildfolgevereinbarungen zu treffen. Ziel dieser Vereinbarungen soll es sein, beim möglichen Überschreiten der Jagdgrenze ohne langes Hin und Her handlungsfähig zu sein.

Schon seit Inkrafttreten des LJagdG im Jahr 1991 hat Sachsen-Anhalt , vor vielen anderen Bundesländern, die Institution des „Bestätigten Schweißhundeführers“ eingeführt. Die in einem speziellen Verfahren von der Jagdbehörde bestätigten Schweißhundeführer, die einen behördlichen Dienstausweis erhalten, sind berechtigt, Nachsuchen auf Schalenwild mit Hund und Schusswaffe ohne Rücksicht auf Jagdbezirksgrenzen durchzuführen. An die Zuverlässigkeit und Eignung des Hundeführers und des Hundes werden besonders hohe Anforderungen gestellt. Das regeln die Ausführungsbestimmungen zum LJagdG unter Punkt 15. Wird eine Nachsuche fahrlässig oder vorsätzlich unterlassen, greift der § 23 -Sachliche Verbote- des LJagdG. Nach Abs. 2 Punkt 4 des § 23 ist es verboten, die Jagd auszuüben entgegen den Regelungen des § 2 Abs. 3 des LJagdG. Es ist also verboten, nicht geprüfte und nicht brauchbare Hunde einzusetzen bzw. Jagdhunde überhaupt nicht einzusetzen.

Ein Verstoß, gegen das Gebot, entsprechend brauchbare Hunde einzusetzen, stellt eine Ordungswidrigkeit nach § 44 Abs. 1, Nr. 5 des LJagdG dar. Diese Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis 2500 Euro geahndet werden. Der Gesetzgeber hat leider die Darstellung dieses Ordnungswidrigkeits-Tatbestandes im LJagdG etwas umständlich vorgenommen. Er ist in dieser Form schwer zu erkennen. Eindeutig klar ist aber, dass es absolut kein Kavaliersdelikt ist, vorsätzlich oder fahrlässig Nachsuchen nicht durchzuführen. Bei allen genannten gesetzlichen Regelungen sollten Weidgerechtigkeit, jagdlicher Anstand und die Verantwortung für die Kreatur jeden Jäger veranlassen dafür Sorge zu tragen, dass von ihm beschossene Stücke mit aller Sorgfalt und hohem Verantwortungsbewußtsein durch gut eingearbeitete Nachsuchengespanne nachgesucht werden.

Wie diese Nachsuchen in der Praxis zu organisieren sind und was dabei schon vom Feststellen und Untersuchen des Anschusses , über die Absprachen mit dem Hundeführer bis zur praktischen Nachsuche selbst zu beachten ist, wird nachfolgend erläutert. Dabei soll auch auf die Spezifik der Nachsuchen auf die verschiedenen Wildarten eingegangen werden.

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Kynologische und jagdkynologische Begriffe

Joachim Orbach

Im Jagdgebrauchshundwesen werden Begriffe verwendet, die leider aber auch in der heutigen Zeit oftmals noch falsch verstanden werden. An der Notwendigkeit, dass alle Hundeführerinnen und Hundeführer unter den verwendeten Begriffe das Gleiche verstehen hat sich aber nichts geändert. Der Jagdgebrauchshundverband ( JGHV ) hatte daher bereits im Jahre 1975 in Zusammenarbeit mit dem VDH und Wissenschaftlern in einem wissenschaftlichen Ausschuss die wesentlichen Begriffe der Kynologie und Jagdkynologie definiert und erläutert. Nachfolgen die Begriffe und Definitionen kurz und übersichtlich hier auf Datei in Tabellenform.

Kynologische Begriffe der Entwicklungsphasen unserer Hunde
Vegetative Phase
Die ersten beiden Lebenswochen werden als vegetative Phase bezeichnet.
Übergangsphase
Die Übergansphase liegt in der dritten Lebenswoche.
Prägungsphase ( Prägung )
In der 4.- 8. Lebenswoche. Prägung ist auf einen bestimmten, sehr kurzen Zeitraum begrenztes Lernvermögen.
Sozialisierungsphase ( Sozialisierung )
8 – 13./14. Lebenswoche. Unter Sozialisierung verstehen wir ein auf einen bestimmten Zeitraum begrenztes Lernvermögen zur Gemeinschaftsbildung.
Rangordnungsphase
Ab der 14. – 20. Lebenswoche. Hier wird die Rangordnung festgelegt.
Rudelordnungsphase
20. – 28. Lebenswoche. Ist die Zeit des Lernens in der Praxis, die über das simulierte Spiel hinausgeht.
Pubertätsphase
28.- 36. Lebenswoche. Ist die Zeit zum Übergang zu einem neuen Lebensabschnitt.
Anmerkung: Auf eine Erläuterung der verschiedenen Entwicklungsphasen wurde hier verzichtet, da es zwischenzeitlich darüber genügend Fachliteratur zur Information für Züchter u. Führer gibt. Die Teilnahme an Welpen – Früherziehungskursen ,die auch eine Reihe von Mitgliedsvereinen des JGHV den Jägern anbietet (s. www.jghv.de Vereine) ist daher zu empfehlen.

Kynologische Begriffe ( allgemein )

Wesen
Wesen ist die Gesamtheit der angewölften ( Erbkoordinaten ) und der erworbenen ( Erwerbsko-ordinaten ) Verhaltensweisen eines Hundes.
Wesensfestigkeit
Wesensfestigkeit ist eine innere Ausgewogenheit, eine Art Gelassenheit, die selbst bei Eintreten außergewöhnlicher Umwelteinflüsse bestehen bleibt oder aber sich schnell wieder einstellt.
Wesensschwäche
Wesensschwäche ist ein Zustand angewölfter ( angeborener ) oder erworbener, nervöser Reizbarkeit oder überempfindlicher Reaktion auf alles Ungewöhnliche. Hierzu muss man Milieuscheue, Gewitterscheue, Geräuschempfindlichkeit, Scheue gegenüber fremden Personen oder gegenüber von anderen Tieren, jede Art von übersteigertem Misstrauen, Angstbeißen, Weichheit und Ängstlichkeit bei der Ausbildung, schreckhaftes Reagieren auf alles Ungewohnte.
Charakter
In der Kynologie wird immer noch vom „Charakter“ eines Hundes gesprochen. Der Ausschuss hat sich bereits im Jahre 1975 eingehend mit diesem Ausdruck auseinandergesetzt und ist zu dem ein- deutigen Beschluss gekommen, dass der Ausdruck „Charakter“ auf den Hund bezogen nicht mehr verwendet werden sollte.
Temperament
Wir sollten künftig Temperament wie folgt definieren: Ansprechbarkeit, Stärke und Geschwindigkeit der Redaktionen auf äußere und innere Reize ( Appetenz – und Redaktionsintensität ) . Schließlich stellt das Temperament das individualtypische ( rassetypische) Bild ererbter Verhaltenszüge.
Nervenkostüm Auch dieser Begriff taucht in der Kynologie häufig auf. Der Ausschuss war der Meinung, dass der Begriff im Wesen erfasst und daher als eigener Begriff nicht notwendig ist.
Reiz und Reizschwelle
Reizschwelle ist die Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane und den ihnen zugeordneten Anteil des Nervensystems. Alle Reize werden allein von Sinnesorganen wie (Nase, Ohr, Tastsinn) wahr - genommen. Je besser diese sind, um so geringfügigere „schwellenerniedrigte“ Reize können wahr-genommen werden.
Reagieren auf Reize
Alle Reaktionen, die ein Tier auf einen entsprechenden Reiz hin zeigt, werden grundsätzlich von zwei Verhaltenselementen gesteuert: der angewölften Bewegungsweisen ( Erbkoordinaten ) und den er-lernten Bewegungsweisen ( Erwerbskoordinaten). So ist z.B. bei Vorstehhunden das Vorstehen an- gewölft. Dass der Hund aber bis zuletzt stehen bleiben muss und nicht einspringen darf, kann über die Abrichtung ( Ausbildung ) erlernt werden.
Empfindlichkeit
Empfindlichkeit definiert, ist die Eigenschaft eines Hundes auf bestimmte zum Teil eng begrenzte Umweltreize zu reagieren. Der auslösende Faktor kann akustischer, optischer sowie olfaktorischer ( geruchlicher ) Art sein.
Scheue
Scheue ist das unerwünschte Fluchtverhalten eines Hundes ( schussscheu, milieuscheu, gewitter-scheu, handscheu, wildscheu ).
Empfindlichkeit und Scheue gegen Sinnesreize
Hunde reagieren auf Geräusche jeder Art oder auch nur bei Geräuschen bestimmter Art unter – schiedlich und verschieden stark. Inwieweit die mit Empfindlichkeitszeichen jeder Art und Stärke behafteten Hunde diese Mängel als Erbgut mitbringen, ist bis heute noch nicht ausreichend geklärt. Grad und Art der Geräuschempfindlichkeit sind durch Haltung und Abrichtung in gewissen Maße be-einflussbar. Daher ist es empfehlenswert, Hunde möglichst in früher Jugend behutsam und schritt- weise an Geräusche möglichst jeder Art zu gewöhnen.
Schussempfindlich
Schussempfindlich sind Hunde, die auf den Schuss hin mit der Arbeit aufhören, zu ihrem Führer kommen, jedoch nach Aufforderung durch den Führer ihre Arbeit fortsetzen.
Stark schussempfindlich
Stark schussempfindlich sind Hunde, die auf den Schuss hin mit der Arbeit aufhören, zu ihrem Führer zurückkehren, sich verstört und ängstlich zeigen und nicht mehr zu bewegen sind, weiterzuarbeiten.
Schussscheue
Schussscheue Hunde ergreifen bei Abgabe eines Schusses sofort die Flucht. Sie sind aber in der Regel auch nicht bereit, selbst nach einer gewissen Zeit, zum Führer zurückzukehren und sich anleinen zu lassen.
Gewitterscheue
Sicher empfinden auch Hunde Witterungsschwankungen und sind besonders empfindlich bei auf- ziehendem Gewitter. Diese Empfindlichkeit in ausgeprägter Form ist als Gewitterscheue zu be- zeichnen.
Milieuscheue
In ungewohnter Umgebung zeigen sich fast alle Hunde mehr oder weniger beeindruckt. Sie sind vorsichtig, zeigen nicht ihr übliches Verhalten, reagieren ängstlich oder gar aggressiv. Dieses Ver – halten kann als Milieuscheue bezeichnet werden, wenn der Hund deutliche Anzeichen von Angst und Fluchtverhalten zeigt.
Schärfe
Generell gesehen ist Schärfe die stets gegenwärtige Bereitschaft zu kämpferischen Auseinander-setzung. Aus der Praxis muss festgehalten werden, dass Schärfe ausschließlich angewölft ist.
Schärfe und „ Überschärfe“
Je nach Art und Intensität der äußeren Reizwirkung kommt es zu einer mehr oder weniger starken Kampfstimmung, z.B. Haarestreuben, Zähnefletschen, böses Knurren usw. –diese Kampfstimmung ist im Wesen begründet. Bei wesensfesten Hunden stellt sich die Harmonie, wie wir sie wünschen, nach kurzer Zeit wieder ein. Bei wesensschwachen Hunden dagegen kann die Kampfstimmung zur blinden Raserei ausarten.
Die „Scheinschärfe“ des Angstbeißers
Unerwünscht ist „Scheinschärfe“. Diese trifft man öfter an als zugegeben wird. Als Beispiel sei hier der Angstbeißer aufgeführt. Angstbeißen hat mit Schärfe überhaupt nichts zu tun. Beim Angstbeißen handelt es sich ausschließlich um eine Aggressionshandlung aus Angst!
Mannschärfe

Mannschärfe ist die Bereitschaft des Hundes zur kämpferischen Auseinandersetzung speziell mit dem Menschen oder auch die Eigenschaft des Hundes, jeder scheinbaren oder tatsächlichen Bedrohung durch den Menschen aktiv entgegenzutreten.
Härte
Nach Prof. Dr. E. Seiferle , Zürich, ist „Härte“ die Fähigkeit, unlustvollen Empfindungen und Erlebnisse, wie Schmerz, Strafe, Niederlage im Kampf, ohne sich im Augenblick oder auf Dauer wesentlich beeindrucken zu lassen, hinzunehmen. Mit der Gleichsetzung von „Härte“ und „Schärfe“ war der Begriffswirrwarr vollkommen. Gewiss gibt es Grenzbereiche, in denen der Unterschied nicht genau festzustellen ist. Auf alle Fälle ist zu beachten, dass ein harter Hund nicht auch noch unbedingt ein scharfer Hund zu sein braucht. Dies gilt natürlich auch im umgekehrten Sinn.
Weichheit
Weichheit ist nach Seiferle die Eigenschaft, sich von unlustvollen Empfindungen oder beängstigenden Erlebnissen stark oder nachhaltig beeinflussen zu lassen.
Gefolgschaftstreue
Genau wie die Rangordnung für alle künftigen Zeiten im 4. Lebensmonat gefestigt worden ist, so wird jetzt auch für alle Zeiten eine Art Arbeitsteilung im Rudel herausgebildet. So wird man zweckmäßigerweise gerade in der Rudelordnungsphase streng und genau darauf achten müssen, dass der Hund Gefolgschaftstreue und Unterordnung als normalen Lebenszuschnitt begreifen lernt. Damit ist auch die Gefolgschaftstreue zum Rudeloberhaupt ( Führer ) verständlich.
Unterordnung
Unterordnung ist eine angewölfte Verhaltensweise, die das Zusammenleben aller sozial lebenden Tiere erst ermöglicht und ist somit für diese wichtigste Verhaltensweise schlechthin. Sie bestimmen die Rangfolge im Rudel und ist für gemeinsam jagende Tiere unabdingbar und daher bei diesen be- sonders ausgeprägt. Ein hohes Maß an Unterordnung zeigt jener Hund, der auf Arbeitsgebieten, die ihm von der Veranlagung her weniger liegen, trotzdem bereit ist, ein von ihm verlangtes Verhalten zu erbringen. Im Gegensatz zum Diensthundewesen findet der Begriff „Unterordnung“ in der Jagdkyno-logie kaum Anwendung.
Gehorsam
Unter Gehorsam versteht man die ständige Bereitschaft des Hundes, sich in jeder Situation den Wünschen ( Befehlen, Weisungen ) seines Führers schnell und sicher zu unterwerfen. Während Unterordnung und Führigkeit vom Hund zum Meuteführer Menschen gehen, also angeboten werden, verlangt beim Gehorsam der Meuteführer Mensch vom Hund, dass er seinen Anordnungen, Kommandos usw. sofort bedingungslos und zuverlässig nachkommt. Hierbei spielen nun allerdings die Bereitschaft zur Unterordnung und Führigkeit eine nicht geringe Rolle.
Führigkeit
Führigkeit ist die Bereitschaft des Hundes, dem von ihm anerkannten Meuteführer Mensch ohne Zwangseinwirkung zu dienen. Führigkeit zeigt sich ausschließlich in der Zusammenarbeit mit seinem Führer. Ein führiger Hund geht bereitwillig auf jeden Wunsch seines Führers ein. Er hält bei der Arbeit ohne Aufforderung stets Verbindung mit ihm. Während zwischen Unterordnung und Führigkeit ge- wisse, nicht zu trennende Zusammenhänge bestehen, trifft diese für den Gehorsam nicht zu. Der Begriff „Führigkeit“ findet überwiegend im Jagdgebrauchshundwesen Anwendung.
Arbeitsfreude
Die Arbeitsfreude des Hundes zeigt sich in seiner lustbetonten Bereitschaft, auf die Absichten des Führers der Zweiermeute einzugehen. Im Wesentlichen ist die Arbeitsfreude in einer sachgemäßen Aufzucht und Erziehung begründet, die den Hund zu einer Arbeitseinstellung bringt, mit seinem Führer Angenehmes zu erleben. Bei Jagdhunden setzt man auch noch ausreichend angewölfte Jagdpassion voraus.

Jagdkynologische Begriffe
Spur – und Fährtenwille
Spur – und Fährtenwille ist die Grundeigenschaft aller jagenden Hunde.
Spur – und Fährtentreue
Spur- und Fährtentreue ist die Fähigkeit des Hundes, sich auf der Ansatzfährte oder Spur so zu konzentrieren, dass Verleitungen, also Witterung anderen Wildes, ohne wesentlichen Einfluss auf die Arbeit des Hundes bleiben. Spurtreue beweist der Hund auf der Fuchs – oder Hasenspur. Fährtentreue auf der Wundfährte. Der Hund lässt sich durch andere Fährten, selbst wenn diese frischer sind, nicht verleiten.
Spur – und Fährtenlaut
Spurlaut ( auf der Spur wie Fuchs, Hase u. Kaninchen) und Fährtenlaut ( auf der Fährte von Schalen- wild) ist das regelmäßige, möglichst anhaltende Lautgeben des Hundes auf der warmen Spur bzw. Fährte, ohne dass er das Wild zuvor eräugt hat. Das kann auch im Wind in unmittelbarer Anlehnung an die Spur bzw. der Fährte sein.
Sichtlaut
Der Anreiz, der allein durch die nasenmäßige Verbindung mit der Bodenspur / -fährte ausgelöst wird, genügt bei diesen Hunden nicht, um die Bereitschaft zum Lautgeben auszulösen. Solche Hunde brauchen den Sichtreiz zusätzlich als Anreiz.
Hetzlaut
Wir verwenden beide Ausdrücke nur dann richtig, wenn es sich um Nachsuchen auf der Wundfährte von Schalenwild handelt.
Standlaut Nach dem Schnallen hetzt der Hund das kranke Stück so lange bis es sich stellt. Kann der Hund das kranke Stück nicht abtun, so bannt er dasselbe durch anhaltendes Lautgeben ( ruft den Meuteführer herbei ) an den Platz, was als „Standlaut“ bezeichnet wird. Ebenfalls wird der Begriff „ Standlaut“ bei dem vorm Raubwild im Bau vorliegenden Erdhund verwendet.
Waidlaut
Als bedenkliche Lautäußerung ist der Waidlaut anzusehen. Nicht nur die Wahrnehmung des Wildes durch Auge ( Sichtlaut ), Ohr ( Zwischenstufe Sichtlaut / Spurlaut ) oder Nase ( Spur- oder Fährten – laut ) lösen diesen Laut aus, sondern oft genügt schon das Schnallen des Hundes, dass angestaute Passion sich im Lautgeben entlädt.
Baulaut
Der Baulaut ist ebenfalls eine bedenkliche Lautäußerung. Man versteht darunter das Lautgeben des Erdhundes im Bau, obwohl der Hund das Raubwild überhaupt noch nicht wahrgenommen hat.
Wildschärfe
Unter Wildschärfe verstehen wir die Fähigkeit des Hundes, krankes Niederwild zur Strecke zu bringen, Schalenwild je nach Stärke zu stellen, gegebenenfalls auch niederzuziehen und abzutun. Das Jagen auf Schwarzwild beweist einen hohen Grad an Wildschärfe.
Raubwild- und Raubzeugschärfe
Raubwild- und Raubzeugschärfe ist die Eigenart des Hundes, Raubwild und Raubzeug bei der Jagdausübung schnell und sicher zur Strecke zu bringen, zumindest aber dieses Wild durch Verbellen sicher zu stellen, damit es der Jäger strecken kann.
Finderwille
Unter Finderwillen versteht man die angewölfte Fähigkeit des Hundes, auch unter erschwerten Umständen in enger Verbindung mit Spur – oder Fährtenwille zum Erfolg zu kommen.
Bringwille
Bringwille ist die Eigenschaft des arbeitsfreudigen Hundes, gefundenes Wild seinem Führer zu bringen.
Nase ( J.O. )
Wenn im Jagdgebrauchshundwesen von Nase gesprochen wird, so ist in der Regel nicht das für unsere Jagdhunde wichtigste Sinnesorgan selbst gemeint, sondern die Nasenleistung. Zur gerechten Beurteilung der Nasenleistung spielen Wildart und Wildvorkommen, Witterungseinflüsse, etwa vorhandener Schweiß und Wundwitterung, Bodenbewuchs, Bodenverwundung und Gelände alles eine Rolle. Bei den Stehzeiten von dem Duft einer Spur sei auf die wegweisende Versuche von Dr. Konrad Most hingewiesen. Der Duft einer Spur steht bei unterschiedlichen Klimabedingungen und Bodenverhältnissen unterschiedlich lange. Hier ein grober Anhalt nach Most: 1.) 0 Stunden auf trockenem Fels und Sandboden sowie Asphalt. 2.) bis 3 Stunden bei trockener Luft, starkem Regen, starker Luftbewegung ( abhängig von der Dichte der Bodenflora ). 3.) 3- 12 Stunden bei Beschattung, nur mäßigem Regen, bewachsenem Boden und feuchter Laubstreu. 4.) 12 – 48 Stunden bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit, Windstille, dicht bewachsenem Boden oder dichter Laubstreu. Weiterhin hat die Mikrometeorologie ( die Untersuchungen der atmosphärischen Grenzschichten innerhalb der ersten hundert Meter oberhalb der Erdoberfläche) dazu beigetragen, die Kenntnisse zu erweitern. Hier sind besonders auf die Erkenntnisse von Dr. Zugschneid hingewiesen. Temperatur, Feuchtigkeit, Luftstrom, Luftdichte und Tageszeit ist alles von Bedeutung für die Geruchsentwicklung einer Spur, Geläuf oder Fährte. Man sollte in diesen Zusammenhängen auch beachten, dass die Ausbildung von Duftstoffen eine gewisse Zeit braucht. Ist die entsprechende Riechreizschwelle sowie der Wille zum Suchen bei unseren Jagdhunden genetisch bedingt vorhanden, so kann der Nasengebraucht selbst trainiert werden.

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