Wildhygiene

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Untersuchungen an Wildenten in Sachsen-Anhalt

Nachdem in Mecklenburg-Vorpommern der Virus der klassischen Geflügelpest erstmals bei einem Wildvogel nachgewiesen wurde, sind auch in Sachsen-Anhalt erste Maßnahmen eingeleitet worden. Die Veterinärbehörden der Kreise sind vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt beauftragt worden Stockenten auf ein mögliches Krankheitsgeschehen zu untersuchen. Hinsichtlich Probengewinnung sind diese auf die Unterstützung der Jägerschaft angewiesen. Je Landkreis und Gemarkung soll eine begrenzte Anzahl von Tieren aus einem bestimmten Risikoareal beprobt werden. Probenmaterial und Probenbegleitschein werden über die Veterinärämter verteilt. Für den Aufwand ist eine Unkostenentschädigung der Jäger von 10,- Euro je Probe vorgesehen. In Anbetracht des nahenden Jagdzeitendes bei Stockenten am 15. Januar, bittet der Landesjagdverband um eine kurzfristige Teilnahme. Nachfolgend finden sie ein Interview des DJV mit Dipl.-Biologin Elke Reinking vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI).

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H5N8 bei Wildvögeln nachgewiesen

Verbreitung des H5N8-Virus durch Überlappung von Vogelzugwegen möglich (Quelle: Rolfes/DJV)

Am Samstag wurde in Mecklenburg-Vorpommern das H5N8-Virus erstmals in Europa bei einem Wildvogel nachgewiesen. Was nun auf die Betroffenen zukommt und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, dazu sprach der DJV mit Dipl.-Biologin Elke Reinking vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI).

H5N8 ist in Europa erstmals bei einem Wildvogel aufgetreten. Wie ist es dorthin gelangt?

Reinking: Die genauen Eintragswege sind nicht bekannt. Eine Möglichkeit wäre über den Vogelzug gegeben. Hochpathogenes H5N8 trat bisher vor allem in Südkorea, in Einzelfällen auch in China und Japan auf. Wildvögel, die sich im Frühjahr 2014 im asiatischen Raum infiziert haben, könnten in ihren Brutgebieten in Sibirien auf Wildvögel aus Europa getroffen sein. Dort existieren größere Überlappungsgebiete der verschiedenen Vogelzugwege. Von dort könnte das Virus dann direkt oder über weitere Stationen an Rastplätzen von Wildvögeln Richtung Europa gebracht worden sein. Der positiv getestete Wildvogel in Mecklenburg-Vorpommern war eine Krickente, die auch in Sibirien brüten.

Welche Rolle spielt der Mensch bei der Verbreitung?

Ein Zusammenhang der Geflügelpestausbrüche durch hochpathogenes H5N8 in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien mit Waren- oder Tiertransporten, konnte bisher nicht gefunden werden. Prinzipiell können Geflügelpesterreger unter anderem über das Verbringen von infiziertem Geflügel oder kontaminierten Geflügelprodukten verbreitet werden. Wichtig ist, dass Geflügelhalter besonders jetzt die Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Betrieben einhalten und wenn möglich sogar erhöhen. Hierzu gehört die Vermeidung des Kontaktes von Wildvögeln zu Geflügel, auch auf indirektem Weg. Wildvögel dürfen keinen Zugang zu Futtermitteln, Einstreu oder Tränkwasser haben.

Wie gefährlich ist das Virus für a) Menschen und b) Tiere?

a) Weltweit sind bisher keine Infektionen des Menschen aufgetreten, auch nicht in Südkorea, wo von Januar bis September 30 Geflügelpestausbrüche durch H5N8 festgestellt wurden. b) Geflügel ist empfänglich für das Virus, vor allem Puten und Hühner zeigen eine sehr hohe Sterblichkeit. Wassergeflügel scheint nicht oder zumindest weniger schwer zu erkranken, ist aber auch empfänglich und kann das Virus weiter verbreiten. 4. Welche Präventionsmaßnahmen und Hygienevorschriften müssen Jäger bei der Jagd auf Gänse und Enten nun einhalten?

Gibt es Sonderregelungen für Jäger, die auch Geflügelhalter sind?

Geflügelhalter, die auch Jäger sind, sollten derzeit auf die Jagdausübung verzichten. Direkte Kontakte mit Vögeln oder Vogelkot sollten auf das geringstmögliche Maß reduziert werden – zum Beispiel sollte Handhabung, Beringung und Vermessung gefangener Wildvögel möglichst durch dieselbe Person erfolgen. Bei unvermeidbarem Umgang mit Vögeln oder Vogelkot ist ein Schutz vor Selbstinfizierung aus Probenmaterial erforderlich: Bei der Ausnahme von Wildgänsen und Wildenten sowie nach allen Kontakten mit Vögeln und Vogelexkreten sollten entweder Einmalhandschuhe (gem. DIN EN 455) getragen oder hygienische Händedesinfektion – 30 Sekunden Hände reiben mit 2ml Handdesinfektionsmittel, danach Waschen mit Wasser und Seife – durchgeführt werden.

Wie kann man das Virus unschädlich machen? Übersteht das Virus den Garprozess?

Auch in Hinblick auf andere Krankheitserreger wie Salmonellen oder Campylobacetr sollte Geflügelfleisch nur gut durchgegart verzehrt werden. Aviäre Influenzaviren überstehen den Garprozess nicht.

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Afrikanische Schweinepest jetzt in Lettland

Nach Polen hat die Afrikanische Schweinepest nun einen weiteren europäischen Staat erreicht. Am 26. Juni meldete das lettische Umweltministerium das sich drei Verdachtsfälle bei Wildscheinen bestätigt haben. Die Tiere wurden im Grenzbereich zwischen Lettland und Weißrussland tot aufgefunden.

Da sich die Seuche schnell ausbreitet, ruft der LJV Sachsen-Anhalt alle Mitglieder zur Wachsamkei auf. Jäger sind nach § 4 Abs. 5 Tiergesundheitsgesetz verpflichtet Verdachtsfälle zu melden. Gleichzeitig warnt der Verband aber davor seuchenverdächtiges Wild selbständig zu einer Untersuchungsstelle zu bringen. "Diese Aufgabe liegt eindeutig nicht im Pflichtenbereich der Jäger, sondern ist Aufgabe der Veterinärbehörden." sagt Wilko Florstedt,  Geschäftsführer des LJV Sachsen-Anhalt. Unsachgemäßer Transport könne zur Verbreitung der Seuche beitragen, so dass schwerwiegende Haftungsansprüche gegenüber dem Verursacher entstehen könnten.

Im Verdachtsfall rät der Landesobmann für Wildhygiene Dr. Rainer Miethig, unverzüglich telefonisch das zuständige Kreisveterinäramt zu informieren und am Fundort zu verbleiben. Ein Kontakt mit dem Wildkörper sollte vermieden werden. Das aktuelle Merkblatt für Jäger ist hier verlinkt.

Weitere Informationen zu den klassischen Symptomen und Hinweise zur Prävention sind im Bereich Jäger -> Wildhygiene oder auf den Seiten des Friedrich Löffler Instituts

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Afrikanische Schweinepest erreicht Polen

Karte ASP Polen

Nach einem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Polen fordert ein Bundesinstitut stärkere Untersuchungen von Wildschweinen in Deutschland. Der hochinfektiöse Erreger habe mittlerweile mit Litauen und Polen zwei EU-Länder erreicht und bewege sich nach Westen, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter, auf der Insel Riems am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Insbesondere in den an Polen angrenzenden Bundesländern sollten tot aufgefundene und krank erlegte Wildschweine auf den Erreger untersucht werden, heißt es in einer aktuellen Empfehlung des Bundesforschungsinstituts.

Auch in den nicht an Polen angrenzenden Bundesländern sei besondere Aufmerksamkeit geboten, sagte Mettenleiter. Der für den Menschen ungefährliche, aber für Haus- und Wildschweine tödliche Erreger könne über mitgebrachte Rohwurstprodukte nach Deutschland eingeschleppt und über weggeworfene Speisereste übertragen werden.

Gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) gibt es keinen Impfstoff. «Der Erreger ist hochinfektiös, hochpathogen und hochstabil.» Sein Genom bestehe – anders als bei der klassischen Schweinepest, deren Virus eine einsträngige RNA hat – aus einer doppelsträngigen DNA, was dem Erreger eine hohe Stabilität verleihe, sagte der Virologe. Trotz großer Forschungsanstrengungen hätten sämtliche Versuche, einen Lebend- oder Totimpfstoff zu entwickeln, bislang zu keinem brauchbaren Ergebnis geführt. In absehbarer Zeit sei damit auch nicht zu rechnen.

Wie Versuche des Instituts an Haus- und Wildschweinen gezeigt hätten, führt die Infektion innerhalb weniger Tage zum Tod der Tiere. «Natürlich infizierte Tiere können im Regelfall keine Immunität ausbilden, weil sie bereits vorher daran sterben.»

Der Erreger war nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts vermutlich im Jahr 2007 aus Afrika nach Georgien eingeschleppt worden und hatte sich von dort über Russland nach Weißrussland, die Ukraine, Litauen und Polen ausgebreitet. Der natürliche Wirt des Erregers sind das afrikanischen Warzenschwein und die Buschschweine, wie Mettenleiter sagte. Im Gegensatz zu den Wild- und Hausschweinen erkranken sie aber nicht nach einer Infektion.

Das ASP-Virus kann laut Mettenleiter über geringste Mengen Blut und Körperflüssigkeiten von Rotte zu Rotte weitergetragen werden.
Potenzielles Einfallstor seien auch Jagdtrophäen oder nicht gereinigte Jagdutensilien. Bei einem Nachweis des Erregers in deutschen Wildschweinen würden zunächst Sperrbezirke eingerichtet, um den Handel mit Tieren aus diesem Areal zu unterbinden. Bei einer Einschleppung in Hausschweinbestände müssten laut der Schweinepestverordnung die betroffenen Tiere gekeult werden.

Der Landesjagdverband in Sachsen-Anhalt ist auf dichtes Kontrollnetz vorbereitet. «Eine Zusammenarbeit zwischen Jägern und Veterinären ist selbstverständlich», sagte Verbandsgeschäftsführer Wilko Florstedt und erinnerte an die Routineuntersuchungen auf Tollwut oder Staupe.

Hinweise des FLI zur ASP bei Schwarzwild finden Sie unter: www.fli.bund.de/fileadmin/dam_uploads/Publikationen/FLI-Informationen/
FLI-Information_FAQ_ASP20140130.pdf

Weitere Hinweise zur ASP unter www.fli.bund.de/fileadmin/dam_uploads/
Publikationen/FLI-Informationen/FLI-Information_ASP20140128.pdf.

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Afrikanische Schweinepest – Risiken, die Jäger kennen sollten

Einblutungen in der Niere sind Hinweise auf eine Infektion mit Afrikanischer Schweinepest

DJV befragt Friedrich-Löffler-Institut (FLI)
Krankheitsfälle mit der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen sind kürzlich in Russland aufgetreten. Die Sorge bei Landwirten und Veterinären ist groß, dass sich das Virus in EU-Ländern ausbreiten könnte. Auch Jäger sollten deshalb bestimmte Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen. Welche das genau sind, hat die Veterinärin und Seuchenspezialistin Dr. Sandra Blome vom Friedrich-Löffler-Institut im DJV-Interview erklärt.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die Haus- und Wildschweine gleichermaßen betreffen kann. Sie ist klinisch nicht von schweren Verlaufsformen der Klassischen Schweinepest zu unterscheiden und führt in der Regel binnen einer guten Woche zum Tod der Tiere. Gegen die Erkrankung kann nicht geimpft werden. Eine Gefahr für den Menschen, Jagdhunde oder andere Wildarten besteht nicht.

Welches Risiko besteht, die Krankheit aus dem osteuropäischen Ausland nach Mitteleuropa zu übertragen?

In Russland sind nach wie vor sowohl Haus- als auch Wildschweine von der Seuche betroffen. Ein Risiko für das Schwarzwild besteht insbesondere über unachtsam entsorgte Speisereste, z.B. an Autobahnrastplätzen und auch Campingplätzen.
Eine direkte Einschleppung über verbundene Schwarzwildpopulationen erscheint zum jetzigen Zeitpunkt nicht wahrscheinlich, kann aber, insbesondere aufgrund zusammenhängender Schwarzwildhabitate, nicht ausgeschlossen werden.

Wie wird die Afrikanische Schweinepest übertragen?

Die Afrikanische Schweinepest wurde in Russland vor allem durch den Kontakt des Schwarzwilds mit illegal entsorgten Tierkörpern aus nicht-kommerziellen Kleinsthaltungen von Hausschweinen in die Population eingetragen. In der Rotte kann der Erreger durch direkten Kontakt und Kontakt zu verendeten Artgenossen aber auch Ausscheidungen übertragen werden. Der effizienteste Übertragungsweg ist der Kontakt zu Schweiß. Wenige Tropfen enthalten genug Virus um eine Infektion auszulösen. Da das Virus sehr widerstandsfähig ist, bleiben entsprechende Infektionsquellen über lange Zeit „aktiv“.
Das Virus der Afrikanischen Schweinepest kann auch über Lederzecken übertragen werden, die jedoch in unseren Breiten nicht vorkommen und auch bei der Lebensweise unseres Schwarzwilds keine Bedeutung haben sollten.

Welche Vorkehrungen muss ich bei der Reise ins osteuropäische Ausland treffen?

Neben einer normalen Jagdhygiene ist vor und nach der Rückkehr auf eine gründliche Reinigung und sorgfältige Desinfektion des Schuhwerks und aller Werkzeuge zu achten. Alle Utensilien, die mit Schweiß in Berührung gekommen sind, sind als besonders kritisch anzusehen. Kleidung sollte vor der weiteren Verwendung gewaschen werden.

Wie verfahre ich mit Trophäen aus dem osteuropäischen Ausland bei der Einreise nach Deutschland?

Es sollten nur Trophäen mitgebracht werden, die sorgfältig aufbereitet wurden und bei denen durch Kochen mögliche Viruskontaminationen abgetötet wurden. Auf die Einfuhr unbehandelter Trophäen sollte verzichtet werden (z.B. Saubärte).

Wie erkenne ich Afrikanische Schweinepest am lebenden Stück und am erlegten Stück?

Unter experimentellen Bedingungen haben die betroffenen Tiere hohes Fieber, verweigern die Futteraufnahme und wirken teilnahmslos. In der späten Phase können Bewegungsstörungen, Krämpfe und Blutungen (z.B. Nasenbluten) auftreten. Auch plötzliche Todesfälle sind möglich. Organveränderungen sind selten spezifisch, auffällig sind jedoch häufig vergrößerte, fast schwarze Lymphknoten im Bereich des Magens und der Leber sowie Einblutungen in die Niere und in die Harnblase. Die Lunge wirkt teigig. Eine Vergrößerung der Milz und diverser Körperlymphknoten sowie eine sehr schlechte Blutgerinnung können ebenfalls auffällig sein. Da die Erkrankung das Immunsystem stark schwächt, findet man häufig schwere bakterielle Begleitinfektionen und auch Parasiten (z.B. Lungenwürmer oder starke Räude).
Unter Feldbedingungen ist davon auszugehen, dass die betroffenen Sauen Suhlen und Wasserläufe aufsuchen und die Scheu vor Menschen und Hunden verlieren. Da die Erkrankung sehr schnell verläuft, treten weniger abgekommene Stücke auf als bei der Klassischen Schweinepest. In Russland hat man ganze Rotten verendet in ihren Einständen gefunden. Im Gegensatz zur Klassischen Schweinepest ist keine Altersabhängigkeit der Symptome zu erwarten. Der Frischling zeigt die gleichen Symptome wie die Bache oder der Keiler.

Was müssen Schweinehalter, die auch Jäger sind, generell zur Seuchenvorsorge beachten?

Kleidungsstücke und Utensilien für die Jagd sind strikt von Stallkleidung zu trennen. Wildkammern und andere Einrichtungen für die Behandlung der geschossenen Stücke dürfen keine direkte Verbindung zum Stall haben. Vor dem Betreten der eigenen Stallungen sollte geduscht werden. Generell sollte von Jagdreisen in betroffene Gebiete (Russland, Weißrussland, aber auch Sardinien) abgesehen werden.

Was ist beim Einsatz von Jagdgebrauchshunden im osteuropäischen Ausland zu beachten?

Für Hunde stellt das Virus der Afrikanischen Schweinepest keine Gefahr dar.

Welche Gefahren resultieren aus dem Import von Wildbret und Schweinefleischprodukten aus potenziellen Krankheitsregionen?

Auch wenn von diesen Produkten keine Gefahr für den Menschen ausgeht, stellen solche Fleischerzeugnisse ein potentielles Risiko für die heimische Schweine- und Wildschweinepopulation dar. Sie dürfen daher unter keinen Umständen im Futtertrog von Hausschweinen landen oder in die Reichweite von Wildschweinen kommen. Es sollten daher aus den betroffenen Gebieten keinerlei Schweinefleischprodukte (Haus- und Wildschwein) eingeführt/mitgenommen werden.

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Staupe beim Rotfuchs in Sachsen-Anhalt

Die Abbildung zeigt das relative Stauperisiko in Sachsen-Anhalt Quelle: N. Denzin, V. Herwig und E. van der Grinten (2013): Occurernce an geographical distribution of Canine Distemper Virus infection in red foxes of Saxony-Anhalt, Germany. Veter

Bei routinemäßigen Untersuchungen auf Tollwut hat das Landesveterinäramt in den Jahren 2010 und 2011 Hinweise auf Staupe gefunden. Daraufhin wurden Füchse gezielt auf Staupe untersucht. Von insgesamt 761 untersuchten Rotfüchsen konnte bei 232 Tieren Antigene nachgewiesen werden, die auf eine Infektion mit Staupe schließen lassen. Damit liegt die Prävalenz in Sachsen-Anhalt bei 30 Prozent. Niedersachsen meldete 2011 mit 36% eine ähnlich hohe Prävalenz. Im Vergleich mit Vorjahren lässt sich damit ein leichter Anstieg der Staupeerkrankungen verzeichnen. Die Ursache dafür ist sehr wahrscheinlich auf eine Verdichtung der Raubwildpopulationen zurückzuführen. Staupe Träger sind neben dem Rotfuchs auch Wolf, Waschbär, Marderhund und Marder aller Art. Der Erreger, das Staupe-Virus, wird über den Kontakt zu erkrankten Tieren und deren Ausscheidungen wie Urin, Kot, Nasensekret u.ä. übertragen. Das Virus kann – je nach Bedingungen – bis zu einigen Tagen in der Außenwelt überleben. Schutz vor einer Staupeinfektion bietet eine lückenlose Impfung, die je nach Wirkzeitraum alle 1 bis 2 Jahre wiederholt werden sollte. Das Landesveterinäramt bittet bei der Einsendung von Füchsen, die im Rahmen der Tollwutprävention untersucht werden, um möglichst genaue Angaben zur Abschuss- oder Fundstelle. Die Angaben sollten Informationen zum Jagdbezirk bzw. zum nächstgelegenen Ort des Totfundes oder im Idealfall GPS-Koordinaten liefern. Daten zum Erlegungs- bzw. Fundtag und wenn möglich zum Verhalten des Tieres sind auch von Interesse.

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Aujeszkysche Krankheit

Wie bereits schon aus der Presse zu entnehmen war, sind in der Vergangenheit Jagdhunde an Ausjeszkyscher Krankheit (AK) erkrankt und verstorben. Die Infizierung an Schwarzwild ist naheliegend. In Auswertung des Schwarzwildmonitorings wurden bereits 2008 insgesamt 65 positive serologische Befunde hinsichtlich AK in Sachsen- Anhalt erhoben. Dabei zeichneten sich regionale Schwerpunkte (Anhalt- Bitterfeld, Dessau- Roßlau, Wittenberg, Salzlandkreis, Burgenlandkreis) ab. Insbesondere im Interesse der notwendigen Reduzierung der Schwarzwildpopulation kann jedoch auf den Einsatz von Hunden im Jagdbetrieb nicht verzichtet werden. In Abstimmung mit der oberen Veterinärbehörde bitte ich Sie deshalb, die Jagdhundeführer nochmals darauf hinzuweisen, dass der Jagdhund nicht am gestreckten Stück Schwarzwild genossen gemacht wird. Die Aufnahme von Schwarzwildaufbruch durch den Jagdhund soll vermieden werden. Die Aujeszkysche Krankheit ist meldepflichtig. Als krank angesprochenes Schwarzwild ist unaufgebrochen der Untersuchungseinrichtung zuzuführen. Weitere Informationen finden sie im Merkblatt.

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Kuhpocken und Spulwürmer beim Waschbären

Das Veterinäramt des Landkreises Harz informiert über Kuhpocken- und Spulwurmbefall bei Waschbären. Das Veterinäramt des Lankreises Harz erhielt über das Veterinäramt Nordhausen die Information, dass im Bereich Ellrich zwei erlegte Waschbären mit Kuhpocken (Orthopoxvirus) infiziert waren. Ein gleicher Befund wurde bei einer Katze (Freigänger) in Benneckenstein erhoben. Kuhpocken werden vom Orthopoxvirus hervorgerufen und sind auch für den Menschen ansteckend. Eine Infektion ist über kleine Wunden an den Händen möglich. Des weiteren gibt es bei den zur Einsendung gelangten Waschbären im Landkreis Harz wiederum den Nachweis von Spulwurmbefall. Auch hier ist eine Infektion des Menschen bei unsachgemäßem Umgang mit den Tieren nicht auszuschließen. Alle Jäger werden darauf aufmerksam gemacht, beim Umgang mit erlegten Waschbären entsprechende Sorgfalt (Handschuhe, schnell Verpackung in Plastiksäcke sowie Reinigung und Desinfektion der Hände) walten zu lassen.

Das Erregerreservoir für Kuhpockenviren bilden Wildnager, u. a. Mausarten. Katzen erwerben die Infektion im Rahmen der Nagerjagd und gelten als Hauptinfektionsquelle für den Menschen. Die Inkubationszeit bei Kuhpockenerkrankungen beträgt 7 bis 12 Tage. Als Symptome treten lokale Blasen- und Pustelbildungen der Haut auf, die erst nach mehreren Wochen unter Krustenbildung vernarben. Betroffen sind meist Hände und Gesicht. Üblicherweise treten nur wenige oder nur eine Hautveränderung auf, die mit starker Schwellung und Rötung sowie eine ausgeprägte Lymphknotenschwellung der regionalen Lymphknoten verbunden ist. Die Blasen/Pusteln und die Lymphknoten sind schmerzhaft. Infizierte können über Fieber und Unwohlsein klagen. Häufig kommt es auch zur Bindehauterkrankung des Auges. Ausführliche Informationen zur Kuhpockeninfektion sind in einem entsprechenden Merkblatt zu finden.

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