19 Dez

ASP-Virus unmittelbar an Grenze zu Brandenburg nachgewiesen

Ausbreitung ASP Polen 12/2019

Aufgrund der sich nähernden Schweinepest ruft der Landesjagdverband zur erhöhten Wachsamkeit auf.

Am 15.11.2019 wurde der erste Nachweis der ASP bei einem Unfallwild in der Woiwodschaft Lebus, im Powiat Wschowski – etwa 80 Kilometer entfernt von der Grenze zu Brandenburg – durch die polnischen Veterinärbehörden bekannt gegeben. Der Fundort liegt ungefähr 300 Kilometer vom nächsten gelegenen Ausbruchsgeschehen im Osten Polens und ungefähr 250 Kilometer von der nächstgelegenen Restriktionszonengrenze entfernt. Am 18.11.2019 übermittelten die polnischen Behörden Informationen zu einem zweiten Nachweis bei einem tot aufgefundenen Wildschwein im Powiat Nowosolski. Der Fundort liegt wenige Kilometer vom Ersten entfernt. Am 19.11.2019 wurden positive Virusnachweise bei 18 weiteren tot aufgefundenen Wildschweinen veröffentlicht. Am 19.12. wurde eine neuer, grenznaher Fall der ASP in Westpolen bekanntgegeben. Diesmal nördlicher und mit 35 km Entfernung zur Grenzstadt Guben. Laut FLI befindet sich die ASP in Westpolen gerade in der Phase des maximalen Wachstums. In den nächsten Wochen muss daher mit stetig steigenden Fallzahlen sowie mit einer weiteren und vor allem schwer abzuschätzenden Ausbreitung des Geschehens gerechnet werden. Brandenburg wird definitiv einen Zaun errichten und hat Medienberichten zu Folge damit auch schon begonnen. 

Ausbreitung ASP 12/2019

Die Fälle befinden sich an 9 Fundorten in der nahen Umgebung der ersten beiden Nachweise. Ein erster Zaun mit 36 Kilometer Länge wurde bis zum 18.11.2019 um eine Kernzone in ca. 5 km Abstand um die Fundorte errichtet. Das betroffene Gebiet wird unter Beteiligung der Streitkräfte
intensiv nach Kadavern abgesucht. Am 20.11.2019 wurde das Kerngebiet und eine umgebende Pufferzone neu definiert. Die Pufferzone umfasst Teile der Powiate Wschowski, Nowosolski und
Zielonogóski. Anfang Dezember traten zudem neue Fälle in den Landkreisen Zielonogorski (sieben Fälle, acht Tiere) und Nowosolski (zwei Fälle, zwei Tiere) auf. Damit beträgt die Distanz zur
deutsch-polnischen Grenze nur noch zirka 40 Kilometer, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) am 01.12.2019 vermeldet. Noch im Dezember 2019 soll es eine deutsch-polnische Task-Force-Sitzung in Berlin geben. Zu Redaktionsschluss lagen uns hierzu keine weiteren Informationen vor.

"Nicht nur in Brandenburg, sondern auch in Sachsen-Anhalt ist höchste Wachsamkeit geboten. Um Schwarzwildbestände gesund zu halten, ist es nach wie vor wichtig Schwarzwild zu reduzieren! Dem Virus müssen präventiv möglichst viele Übertragungsmöglichkeiten genommen werden, um die Möglichkeiten der Ausbreitung zu reduzieren. Daher meine Bitte an die Revierinhaber die Jagd auf Schwarzwild revierübergreifend durchzuführen! Es ist von zentraler Bedeutung, dass Totfunde und scheinbar erkrankte Tiere sofort beim Veterinäramt gemeldet werden. Eine frühzeitige Erkennung, erlaubt uns schnell wirksame Maßnahmen einzuleiten, um die Afrikanische Schweinepest an einer weiteren Ausbreitung zu hindern. Es versteht sich von selbst, dass die Kadaver nicht angefasst oder gar transportiert werden sollten – sowohl die Körperflüssigkeiten als auch der umgebende Erdboden können hochinfektiös sein." (Wilko Florstedt, Geschäftsführer LJV)

Die DJV-Broschüre "Wissenswertes zur Afrikanischen Schweinepest kann hier als PDF heruntergeladen werden. 

Gesetzesänderung Teil III – Tierseuchenprävention 

• Mit der Änderung des LJagdG wird die Verordnungsermächtigung der obersten Jagdbehörde erweitert. Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, bestimmte Verbote des §19 Abs. 1 BJagdG im Tierseuchenfall bzw. aus Gründen der Tierseuchenprävention und –bekämpfung schnell aufzuheben. Ziel war es zur Bekämpfung der ASP Nachtsichtgeräte oder Saufänge einsetzen zu können. 

• Der LJV Sachsen-Anhalt setzte sich in seiner Stellungnahme auch dafür ein, dass diese Verordnungsermächtigung der Obersten Behörde nicht erst im Tierseuchenfall wirksam wird, sondern auch zur Prävention von Tierseuchen dient. 

• Im ersten Entwurf des Gesetzes gab es auf Bestreben der Obersten Veterinärbehörde einen neuen §31a - Verpflichtung zur Mithilfe bei der Bekämpfung von Tierseuchen. Dieser Paragraph sollte regeln, dass Jagdausübungsberechtigte zur Beseitigung von erlegtem oder verendeten seuchenverdächtigem Wild auferlegt werden kann. 

• In seiner Stellungnahme lehnte der LJV Sachsen-Anhalt diese Regelung aus Gründen der Systemwidrigkeit ab - aus einem Aneignungsrecht der Jagdausübungsberechtigten kann keine Aneignungspflicht resultieren.

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