01 Mär

Bejagungsschneisen - wirksames Mittel zur Bestandsregulierung beim Schwarzwild

Jagdschneise

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat ein aktuelles Merkblatt zur Anlage von Bejagungsschneisen veröffentlicht. Diese können auf landwirtschaftlichen Flächen angelegt werden, ohne dass die Beihilfefähigkeit der Flächen für Direktzahlungen berührt wird. Weiterhin haben der Deutsche Jagdverband und der Deutsche Bauernverband in einer gemeinsamen Pressemitteilung zur verstärkten Schwarzwild-Bejagung und ebenfalls zur Anlage von Bejagungsschneisen im Mais aufgerufen. 

 Aus Sicht des BMEL sind insbesondere die nachfolgend dargestellten Möglichkeiten praxisrelevant.

1. Vorzeitige Ernte eines Streifens in einer Maisfläche

Zum Anlegen von Bejagungsschneisen ist es möglich, Streifen aus einer Maisfläche vorzeitig zu ernten. Die Ernte sollte nach dem 15. Juli erfolgen, u. a. um bei Greening-pflichtigen Betrieben Auswirkungen auf die Erfüllung der Anbaudiversifizierung und eine separate Flächenausweisung zu vermeiden. Vorzeitig geerntete Bejagungsschneisen bleiben weiterhin Teil der Maisfläche und brauchen daher im Förderantrag nicht gesondert ausgewiesen zu werden.

2. Anlage im Rahmen Ökologischer Vorrangflächen (ÖVF)

Landwirtschaftliche Betriebe, die über 15 Hektar Ackerland bewirtschaften, müssen grundsätzlich mindestens fünf Prozent der für die Direktzahlungen beantragten Fläche als Ökologische Vorrangfläche (ÖVF) nutzen, um Direktzahlungen zu erhalten. Einige ÖVF-Elemente können so angelegt werden, dass sie auch als Bejagungsschneisen nutzbar sind. Dies sind vor allem brachliegende Flächen, Pufferstreifen, Feldränder oder beihilfefähige Flächen an Waldrändern. Bei Brachen ist jedoch die Mindestparzellengröße, die je nach Bundesland unterschiedlich groß ist, zu beachten. Damit der oben genannte Anteil von fünf Prozent berechnet werden kann, sind die ÖVF grafisch genau nach Lage und Größe im Antrag auszuweisen. Zu beachten sind die je ÖVF-Element unterschiedlichen Fördervoraussetzungen sowie die Durchführung der Mindesttätigkeit auf landwirtschaftlichen Flächen.

3. Bejagungsschneisen einer ansonsten einheitlich bewirtschafteten Ackerfläche (keine ÖVF)

a) Gesonderte Ausweisung - Bejagungsschneisen können auch von Vorneherein als Streifen oder Teilflächen einer ansonsten einheitlich bewirtschafteten Ackerfläche z. B. eines Maisfeldes angelegt werden. Sofern solche Flächen aus der Erzeugung genommen wurden und es sich nicht um ökologische Vorrang-flächen (ÖVF) handelt, finden die Mindestanforderungen an die Bodenbedeckung (Begrünungs-auflage, Schonzeitraum 1. April bis 30. Juni) im Rahmen der Cross Compliance darauf keine Anwendung. Grundsätzlich sind die Streifen bzw. Teilflächen aber weiterhin grafisch genau nach Lage und Größe im Sammelantrag auszuweisen; dabei ist die Mindestparzellengröße einzuhalten. 

b) In einigen Bundesländern keine gesonderte Ausweisung - Einige Bundesländer haben die Möglichkeit geschaffen, für Blüh- und Bejagungsstreifen marginaler Größe auf die gesonderte Ausweisung dieser Streifen im Sammelantrag zu verzich-ten. Die Ausweisung erfolgt z. B. durch einen „Mischcode“ für Mais mit Bejagungsschneisen / Blühstreifen. Auch diese Vorgehensweise ist nur dann möglich, wenn es sich nicht um ökolo-gische Vorrangflächen handelt. Wenn es sich bei den Streifen um ganzjährig aus der Erzeugung genommene Flächen handelt, ist die Mindestpflegetätigkeit durchzuführen. Für nähere Informa-tionen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Behörden Ihres Bundeslandes.4. Streifen einer anderen KulturEs können Streifen oder auch größere Flächen einer anderen Hauptkultur wie z. B. Sommergerste, innerhalb oder neben den Mais- oder Rapsflächen angebaut und als Bejagungsschneisen genutzt werden. Diese Flächen sind als selbständige Parzellen (Mindestparzellengröße ist zu beachten) mit einer eigenen Kultur förderfähig. Diese Parzellen sind grafisch genau nach Lage und Größe im Förderantrag auszuweisen.

4. Streifen einer anderen Kultur 

 Es können Streifen oder auch größere Flächen einer anderen Hauptkultur wie z. B. Sommergerste, innerhalb oder neben den Mais- oder Rapsflächen angebaut und als Bejagungsschneisen genutzt werden. Diese Flächen sind als selbständige Parzellen (Mindestparzellengröße ist zu beachten) mit einer eigenen Kultur förderfähig. Diese Parzellen sind grafisch genau nach Lage und Größe im Förderantrag auszuweisen. 

 5. Hinweis zu Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) 

 Sofern auf den betreffenden Flächen Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen angewendet werden, sind daraus resultierende AUKM-Anforderungen ebenfalls einzuhalten. So ist z. B. in Bayern darauf zu achten, ob diese Flächen zur Erfüllung von Anforderungen der 2. Säule als Hauptfutterflächen genutzt werden müssen.

Hier das Merkblatt als PDF herunterladen 

Wildschweinbejagung verstärken – gegen Afrikanische Schweinepest vorgehen 

(Gemeinsame Pressemitteilung von DJV und DBV) Landwirte sollten durch die Anlage von sogenannten Bejagungsschneisen im Mais eine erfolgreiche Bejagung von Schwarzwild durch die Jäger unterstützen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdverband (DJV) rufen daher gemeinsam die Landwirte dazu auf, bei der diesjährigen Maisaussaat Bejagungsschneisen anzulegen. Die Voraussetzungen für deren unbürokratische und praxistaugliche Anlage sind bereits im vergangenen Jahr von einigen Bundesländern genutzt worden. Mit den vorhandenen Nutzungscodes im gemeinsamen Agrarförderungsantrag wird die Anlage von Blühstreifen und Bejagungsschneisen erleichtert. Mit Nachdruck fordern die Verbände gleichzeitig die Regierungen aller Bundesländer auf, den vorhandenen agrarpolitischen Spielraum für die Anlage von Bejagungsschneisen zu nutzen und die sogenannten Mischcodes für Bejagungsschneisen auch tatsächlich zur Antragstellung 2018 anzubieten. Bejagungsschneisen müssten zudem künftig in allen Feldkulturen unbürokratisch möglich sein. „Länder, Jäger und Landwirte müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen und ihren Beitrag zur Schwarzwildbejagung im Sinne der Reduzierung der Risiken eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest leisten“, betonten die beiden Verbände. DBV und DJV betonen, dass es inzwischen ohne großen bürokratischen Aufwand möglich ist, Schneisen zur Bejagung anzulegen, sofern die Bundesländer diese Möglichkeit anbieten. Für Jäger sind diese Schneisen eine gute Möglichkeit, die Schwarzwildbestände in der Feldflur zu reduzieren und somit das mögliche natürliche Verbreitungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Seuchenfall zu senken. Der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Jagdverband appellieren an die Jäger, über die gesamte Jagdsaison jede Gelegenheit zu nutzen, Schwarzwild zu bejagen. Die bisherigen Erfahrungen im Rahmen der EU-Agrarpolitik mit Nutzungscodes für Flächen mit Schneisen, die einen untergeordneten Teil der Gesamtfläche einnehmen, seien durchweg positiv gewesen. Infolge geeigneter Mischcodes entfalle die Notwendigkeit des Herausrechnens dieser Flächen, wodurch sich bürokratischer Aufwand und Rechtsunsicherheit reduzierten. Jetzt müsste diese Möglichkeit in allen Bundesländern zum nächstmöglichen Zeitpunkt geschaffen werden, forderten die beiden Verbände.

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