11 Mai

Bestand und Ausbreitung des Wolfes unterschätzt

Karte Verbreitung Wolf

Landesjagdverband tagt in Wernigerode und legt aktuelle Zahlen zur Ausbreitung des Wolfes vor.

Im östlichen und nördlichen Teil des Landes haben Jäger 2018 nahezu flächendeckend Wolfsvorkommen dokumentiert. Zu diesem Ergebnis kommt der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt (LJV), der Monitoringdaten der Jahre 2014, 2016 und 2018 ausgewertet hat. Kooperationspartner waren die Universität für Bodenkultur Wien - Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft und das Thünen-Institut für Waldökosysteme Eberswalde. Um einen fundierten Überblick über die Verbreitungsgebiete des Wolfes zu erhalten, erfassen die Jägerinnen und Jäger Sachsen-Anhalts gesichtete Wölfe. Die Tiere breiten sich sehr dynamisch im Land aus.
Aktuell beobachten die Jägerschaften die Besiedlung des Harzes. Die Wölfe wandern dabei nach Kenntnisstand sowohl aus nördlicher Richtung von der Altmark und der Braunschweiger Region, als auch von östlicher Richtung kommend in das Mittelgebirge ein. Zunehmende Meldungen aus dem Saalekreis lassen auch vermehrt südwärts gerichtete Wanderbewegungen erwarten.
Auf dem Landesjägertag in Wernigerode fordert der Landesjagdverband folgende Punkte: 


• Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz
• Erarbeitung eines bundesweiten Managementplans zur planmäßigen Regulierung des Wolfsbestandes
• Festlegung von Akzeptanzgrößen im Rahmen einer Wildökologischen Raumplanung

LJV-Geschäftsführer Wilko Florstedt schätzt ein: „Der Wolf erzeugt einen Artenschutzkonflikt.“ Ein wichtiges Naturschutzmittel für mehr Biodiversität ist die extensive Beweidung. „Es gelingt nur ein Großteil der Hotspots der Artenvielfalt zu erhalten, wenn Rinder und Schafe eine Verbuschung durch Beweidung verhindern.“ Damit das so bleibt, fordert der LJV für den Wolf eine wildökologische Raumplanung in drei Kategorien: 

 
1. Wolfsschutzareale
2. Wolfsmanagementareale wo die Bestände planmäßig reguliert werden
3. Wolfsausschlussareale 


Auch im Harz könnte der Wolf sich nachteilig auswirken. Dort leben noch rund 1000 Wildschafe (Mufflons) die laut internationaler Naturschutzorganisation (IUCN) stark bedroht sind. „Auch das Mufflon im Harz verdient unseren Schutz. Mit seinem Genpool trägt es dazu bei, die europäische Population zu stabilisieren.“ sagt Florstedt und fordert ein Erhaltungskonzept.

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