31 Jul

Mehr Jägerinnen - Motivation von Männern und Frauen unterschiedlich

Jägerin

(dpa) Auch in der Jagd ist die Emanzipation angekommen. Der Anteil von Frauen in den Kursen zum Jagdschein wächst. Ihre Motivation unterscheidet sich dabei von der der Männer.

Auf die Jagd zu gehen wird bei Frauen in Sachsen-Anhalt immer beliebter. «Der Frauenanteil nimmt zu», sagte der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Wilko Florstedt. Das zeige sich besonders bei der Ausbildung. In den Kursen für den Jagdschein betrage der Frauenanteil inzwischen rund 20 Prozent. Das lasse auch bei den Mitgliedern des Verbandes die Zahlen steigen. Inzwischen seien immerhin rund acht Prozent der Mitglieder weiblich.

Konkrete Angaben zum Anteil der Frauen unter den Jagdschein-Inhabern im Land gibt es laut Landesverwaltungsamt nicht. Insgesamt haben derzeit rund 12 100 Männer und Frauen eine Berechtigung zur Jagd. Vor fünf Jahren waren es etwa 11 900, vor zehn Jahren 11 500. Der Frauenanteil werde nicht erhoben.

Die Motivation für die Jagd unterscheide sich bei Männern und Frauen deutlich, sagte Florstedt. «Kurz gesagt: Männern geht es hauptsächlich ums Fleisch, bei Frauen steht mehr das Brauchtum im Fokus». In einer Umfrage wollte der Verband von seinen Mitgliedern wissen, was für sie die wichtigsten Gründe für ihr Hobby sind. Bei Männern steht demnach im Mittelpunkt, sich draußen in der Natur zu bewegen und ihr Essen selbst zu erlegen. Frauen fasziniere vor allem die Arbeit mit den Jagdhunden und das Spielen des Jagdhorns.

Voraussetzung für den Schein ist das Jadhorn-Spielen nicht. «Viele schließen sich aber nach dem Scheinerwerb einer Bläsergruppe an, um regelmäßig zu spielen», berichtete Florstedt. Nach wie vor komme das Instrument auch bei der Jagd in den Wäldern zum Einsatz.

Dass die Jagd vor allem eine bestimmte Gruppe von Frauen anziehe, lasse sich nicht beobachten, sagte Florstedt. «Die Jägerschaft kommt aus allen Bereichen der Gesellschaft - das ist auch bei den Frauen so.» Nur ein kleiner Teil von rund sieben Prozent der Mitglieder sei etwa tatsächlich in der Land- und Forstwirtschaft tätig.

Auch bundesweit steigt laut Deutschem Jagdverband die Zahl der weiblichen Kursteilnehmer. Ein Fünftel der Jagdschein-Anwärter seien inzwischen Frauen. Vor 25 Jahren lag die die Quote bei nur einem Prozent. Die Emanzipation sei in der Jagd angekommen, folgert der Verband.

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