21 Aug

Vereinbarung zur Kormoranvergrämung in Sachsen-Anhalt geschlossen

Kormoran Bestandsentwicklung

Die Präsidenten des Landesjagdverbandes, des Landesanglerverbandes, des VDSF- Landesanglerverbandes und des Landesfischereiverbandes unterzeichneten eine Vereinbarung zur Kormoranvergrämung, um einen Beitrag zum Schutz der natürlichen Fischfauna zu leisten und fischereiwirtschaftliche Schäden künftig besser abwenden zu können.

Die Zahl der Kormorane hat in den vergangenen 30 Jahren in Sachsen-Anhalt deutlich zugenommen. Wie wissenschaftliche Studien belegen, haben die fischfressenden Vögel zum Teil gravierende, bestands- dezimierende Auswirkungen auf die bestehende Ichthyofauna in einzelnen Gewässern in Sachsen-Anhalt. Zum Schutz der natürlichen Fischfauna und der Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schä- den durch Kormorane, hat das Land Sachsen-Anhalt eine Kormoranverordnung im September 2014 erlassen. Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat mit Urteil vom 22. November 2017 im Rahmen eines vom NABU Landesverband beantragten Normenkontrollverfahrens die Rechtmäßigkeit der Kormoranverordnung des Landes bestätigt. Die Beschwerde des NABU vor dem Bundesverwaltungs- gericht gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts hat das Bundes- verwaltungsgericht mit Beschluss vom 31. Juli 2018 zurückgewiesen. Die damit als rechtskräftig bestä- tigte Kormoranverordnung gestattet berechtigten Personen, in bestimmten Bereichen Kormorane zu bejagen, beziehungsweise die Errichtung von neuen Brutkolonien zu verhindern. Zum Schutz der heimischen Fischbestände kann die Vergrämung nur im engen Zusammenwirken mit den für die Gewässer zuständigen Fischerei- und Jagdausübungsberechtigten gelingen. Grundlage des Zu- sammenwirkens ist die oben genannte Vereinbarung. Der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt e.V. bittet seine jagdausübungsberechtigten Mitglieder, die Fischer und Angler des Landes bei der Kormoran- vergrämung zu unterstützen. Dazu werden folgende Abläufe vereinbart: 

 1. Die Fischereiausübungsberechtigten beziehungsweise die Bewirtschafter von Gewässern informieren die Jagdausübungsberechtigten über die Notwendigkeit der Vergrämung zum Schutz der Fischfauna und zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden. 

 2. Gemeinsam stimmen sie die erforderlichen Maßnahmen auf Grundlage der geltenden rechtlichen Vorgaben ab. 

 3. Die Binnenfischereiunternehmen oder örtlichen Angelvereine unterstützen den Jagdausübungsberech- tigten organisatorisch, materiell und personell.

4. Die Maßnahmen und Streckenergebnisse werden durch den Jagdausübungsberechtigten der Oberen Naturschutzbehörde jährlich bis zum 15.02. mitgeteilt und dem Fischereiausübungsberechtigten zur Verfügung gestellt.

Hinweise zur Bejagung von Kormoranen gemäß Kormoranverordnung des Landes Sachsen-Anhalt 

 Zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der natürlich vor- kommenden Fischfauna dürfen berechtigte Jäger Kormorane in bestimmten Bereichen bejagen und die Entstehung neuer Brutkolonien verhindern. Dabei muss Folgendes beachtet werden:  

• Bejagung nur auf, über und in einem Gebiet von 300m um fischereilich genutzte Gewässer und Aqua- kulturanlagen. 

• Ausgenommen sind Naturschutzgebiete, Kernzonen von Biosphärenreservaten, Naturdenkmale, Europä- ische Vogelschutzgebiete, befriedete Bezirke nach § 7 Abs. 1 des Landesjagdgesetzes für Sachsen- Anhalt sowie Flächen, die nach § 7 Abs. 2 Nrn. 1 und 3 des Landesjagdgesetzes für Sachsen-Anhalt oder § 6a Abs. 1 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes zu befriedeten Bezirken erklärt worden sind. 

• Der Abschuss ist zulässig vom 16. August bis 15. März des Folgejahres, in der Zeit eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang und eineinhalb Stunden nach Sonnenaufgang unter Beachtung des Elterntierschutzes. 

• Die Entstehung neuer Brutkolonien darf in dieser Zeit mit Zustimmung des Grundstückeigentümers und unter Anzeige bei der der Oberen Naturschutzbehörde (mindestens 1 Woche vor Durchführung der Maßnahme) verhindert werden. Der Revierinhaber ist verpflichtet, innerhalb eines Monats nach Durchfüh- rung der Maßnahme der oberen Naturschutzbehörde gemäß Muster zu berichten. 

• Im Zeitraum vom 16. März bis 15. August dürfen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nur im Jugendkleid befindliche (immatur gefärbte), nicht am Brutgeschäft beteiligte Kormorane bejagt werden. Die Verhinderung der Entstehung neuer Brutkolonien ist in dieser Zeit unzulässig. 

• Die getöteten Tiere dürfen in Besitz genommen, aber nicht vermarktet werden. Es besteht eine Entsor- gungspflicht. Beringte Vögel oder einzelne Kennzeichnungsringe sind der Oberen Naturschutzbehörde zeitnah zu übergeben. 

• Der Revierinhaber hat stets eine aktuelle Liste (gem. den Vorgaben der oberen Naturschutzbehörde) über die in einem Kalenderjahr erlegten Kormorane zu führen und legt diese jährlich bis zum 15. Feb- ruar der oberen Naturschutzbehörde vor. Eine Meldung soll nur erfolgen, wenn Kormorane erlegt wur- den.

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19 Jun

Trauer um Dr. Jordan

Dr. Jordan

Wir trauern um unseren Präsidenten, Dr. Hans-Heinrich Jordan, der am 18.06.2019 nach kurzer Krankheit von uns gegangen ist. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie. In stiller Trauer - das Präsidium und die Geschäftsstelle des LJV Sachsen-Anhalt.

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17 Jun

Mitglieder Rabatte für Keilerschutzhosen u.v.m.

LJV-Mitglieder erhalten Rabatte für Keilerschutzhosen, Hundeführer-/Durchgehjacken und Maßhundeschutzwesten

Keilerschutzhose Kruedener


Die Firma Kruedener bietet für LJV-Mitglieder 10 Prozent Rabatt beim Kauf einer Maßhundeschutzweste, einer Keilerschutzhose oder einer Hundeführer-/Durchgehjacke an. Die Maßhundeschutzweste gewährt eine hohe Schutzwirkung bei extrem leichtem Gewebe (Durchstoßfestigkeit > 1.100 Newton) und kann den Hund somit komplett abdecken. Die zertifizierte Keilerschutzhose (für Damen und Herren) überzeugt mit ihrem Rundumschutz durch neuste Materialkompositionen. Sie bietet trotz leichtem Gewebe eine hohe Durchstoßfestigkeit kombiniert mit der höchsten Schnittschutzklasse (Messer und Klingen).

Die Hundeführer-/Durchgehjacke ist aus dem gleichem Material wie schon bereits die Keilerschutzhose und Maßhundeschutzweste gefertigt. Sie zeichnet sich durch Ihre extreme Leichtigkeit aus und ist aufgrund ihres großzügigen Schnitts jederzeit einfach über die Jagdbekleidung zu ziehen. Alle drei Produkte sind wasserdampfdurchlässig, atmungsaktiv und wasserdicht. Die hohe Elastizität des Materials von bis zu 15 Prozent je nach Zugrichtung ermöglicht dem Träger eine volle Bewegungsfreiheit und exzellenten Tragekomfort. Bei der Bestellung bitte im Warenkorb den Gutscheincode LJVST001 ins Gutscheinfeld für den Abzug der 10 Prozent eintragen. Die LJV-Mitgliednummer muss im Bemerkungsfeld im Kassenbereich eingetragen werden.(Anfangsbuchstaben Vor- und Nachnamen+ 6stelliges Geburtsdatum)

Mehr Informationen unter www.kruedener.com

Hundeschutzweste Kruedener

Durchgehjacke Kruedener

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03 Jun

Landesjagdverband stellt Geschäftsbericht vor

Verbandswesen, Aktivitäten und jagdliche Belange in Sachsen-Anhalt - alljährlich zur Landesdelegiertenversammlung veröffentlicht der Landesjagdverband seinen Geschäftsbericht für das zurückliegende Jagdjahr.

Als anerkannter Naturschutzverband und Träger öffentlicher Belange informiert der LJV Sachsen-Anhalt über seine verbandspolitische Arbeit, Aus- und Weiterbildungen sowie über Fakten und Erkenntnisse zu Wild, Jagd und Natur. Der Geschäftsbericht wird stets im Mai eines jeden Jahres auf dem Landesjägertag vorgestellt und anschließend auf der Internetseite veröffentlicht.

Die Entwicklung der Feldhasenpopulation bedarf insbesondere in Sachsen-Anhalt einer stetigen Kontrolle. Im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands beteiligen sich ausgewählte Reviere im Bundesland an der regelmäßigen Taxation. Der LJV veröffentlicht im Geschäftsbericht die ausgewerteten Daten sowie konkrete Zahlen zu Fallwild und Jagdstrecke. Aufgrund des alarmierend niedrigen Bestands, auch anderer Niederwildarten wie der des Rebhuhns, organisiert der LJV bereits seit 1994 Biotopverbesserungen, wie die Anlage von Hecken, Remisen und Feldgehölzen. Die detaillierte Förderung, auch durch die Unterstützung der Jagdabgabe, sowie die genaue Übersicht über bereits erfolgte Pflanzmaßnahmen finden sich in dem 38-seitigen Bericht.

Zum Schutz der heimischen Flora und Fauna ist zudem die Überwachung gebietsfremder Arten zwingend erforderlich. Insbesondere wir Jäger nehmen Veränderungen in den Revieren schnell wahr und können darauf reagieren. Seit 2006 werden, im Rahmen des Wildtiermonitorings, invasive Arten wie Waschbär, Marderhund und Mink erfasst und kartiert. Auf Grundlage dieser regelmäßigen Bestandserfassungen liefern die Jägerschaften wichtige Erkenntnisse zur Verbreitung und Etablierung der Arten auf dessen Grundlage notwendige Managementmaßnahmen erarbeitet werden können. Beispielsweise die Förderung zahlreicher Lebendfang-Fallen durch den LJV und weiterführend die Bereitstellung diverser Kühlsysteme zur Einlagerung von Fuchs- und Waschbär-Balg werden im Geschäftsbericht detailliert vorgestellt.
Der Umgang mit der Waffe ist elementarer Bestandteil unseres Handwerks - die regelmäßigen Meisterschaften im jagdlichen Schießen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene Teil des Verbandslebens. Der Landesjagdverband berichtet über die Ergebnisse und schafft Anreize, sich im Schießwesen zu engagieren. Wussten Sie, dass Max Kellermann mit 17 Jahren jüngster Teilnehmer der vergangenen DJV-Bundesmeisterschaft war und am Skeetstand 15/0 Tauben schoss?
Noch deutlich jünger war der sechsjährige Mathes auf dem Landesbläsertreffen 2018, der mit Signalen wie „Hase tot“ bereits ein umfassendes Repertoire aufweisen konnte. Drei Seiten im Geschäftsbericht widmen sich dem Jagdhornblasen, einem wichtigen Bestandteil unserer Kultur und des jagdlichen Brauchtums.
Seinen Mitgliedern einen Service zu bieten ist ebenso Aufgabe des Verbandes.
Eine Übersicht von Rabatten auf Wildkühl- und Vakuumiertechnik, Mobilfunk, PKW, Hundeschutzwesten sowie verschiedene Versicherung stellt der LJV im Geschäftsbericht dar.

Hier den Geschäftsbericht als PDF herunterladen.

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11 Mai

Bestand und Ausbreitung des Wolfes unterschätzt

Karte Verbreitung Wolf

Landesjagdverband tagt in Wernigerode und legt aktuelle Zahlen zur Ausbreitung des Wolfes vor.

Im östlichen und nördlichen Teil des Landes haben Jäger 2018 nahezu flächendeckend Wolfsvorkommen dokumentiert. Zu diesem Ergebnis kommt der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt (LJV), der Monitoringdaten der Jahre 2014, 2016 und 2018 ausgewertet hat. Kooperationspartner waren die Universität für Bodenkultur Wien - Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft und das Thünen-Institut für Waldökosysteme Eberswalde. Um einen fundierten Überblick über die Verbreitungsgebiete des Wolfes zu erhalten, erfassen die Jägerinnen und Jäger Sachsen-Anhalts gesichtete Wölfe. Die Tiere breiten sich sehr dynamisch im Land aus.
Aktuell beobachten die Jägerschaften die Besiedlung des Harzes. Die Wölfe wandern dabei nach Kenntnisstand sowohl aus nördlicher Richtung von der Altmark und der Braunschweiger Region, als auch von östlicher Richtung kommend in das Mittelgebirge ein. Zunehmende Meldungen aus dem Saalekreis lassen auch vermehrt südwärts gerichtete Wanderbewegungen erwarten.
Auf dem Landesjägertag in Wernigerode fordert der Landesjagdverband folgende Punkte: 


• Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz
• Erarbeitung eines bundesweiten Managementplans zur planmäßigen Regulierung des Wolfsbestandes
• Festlegung von Akzeptanzgrößen im Rahmen einer Wildökologischen Raumplanung

LJV-Geschäftsführer Wilko Florstedt schätzt ein: „Der Wolf erzeugt einen Artenschutzkonflikt.“ Ein wichtiges Naturschutzmittel für mehr Biodiversität ist die extensive Beweidung. „Es gelingt nur ein Großteil der Hotspots der Artenvielfalt zu erhalten, wenn Rinder und Schafe eine Verbuschung durch Beweidung verhindern.“ Damit das so bleibt, fordert der LJV für den Wolf eine wildökologische Raumplanung in drei Kategorien: 

 
1. Wolfsschutzareale
2. Wolfsmanagementareale wo die Bestände planmäßig reguliert werden
3. Wolfsausschlussareale 


Auch im Harz könnte der Wolf sich nachteilig auswirken. Dort leben noch rund 1000 Wildschafe (Mufflons) die laut internationaler Naturschutzorganisation (IUCN) stark bedroht sind. „Auch das Mufflon im Harz verdient unseren Schutz. Mit seinem Genpool trägt es dazu bei, die europäische Population zu stabilisieren.“ sagt Florstedt und fordert ein Erhaltungskonzept.

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