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"Langenweddinger Empfehlung" Nach langer Vorbereitung trafen sich am 27. Februar 2008 die Vertreter des Landesjagdverbandes, Landesbauernverbandes, Landvolkverbandes, der Arbeitsgemeinschaft des land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitzes, der Landesarbeitsgemeinschaft Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer und Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke in der Geschäftsstelle zur Unterzeichnung der "Langenweddinger Empfehlung".
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Langenweddinger Empfehlung zur Zusammenarbeit zwischen den Jagdausübungsberechtigten und den Landwirtschaftsbetrieben in Sachsen-Anhalt
Zur Bodennutzung gehört neben der Landwirtschaft und Forstwirtschaft auch die Jagd. Jäger, Landwirte und Forstwirte fühlen sich einer nachhaltigen Nutzung verpflichtet. Dazu gehört auch, dass Jäger, Land- und Forstwirte und Bodeneigentümer sich in der Erreichung ihrer Ziele gegenseitig angemessen unterstützen bzw. ohne Verwischung von Zuständigkeiten in Problemfällen gesamtverantwortlich zusammenwirken. Durch Strukturveränderungen in der Landwirtschaft, wie z. B. Veränderungen im Kulturartenspektrum im Einklang mit großen Schlageinheiten sind Wildschadensverhütung bzw. die Bejagbarkeit der Flächen komplizierter geworden. Dies erfordert neue Herangehensweisen bei der Wildschadensverhütung und Bejagung der Wildbestände. Ein besonderes Problem bei der Vermeidung von Wildschäden können für die Jäger großflächige, hochwachsende landwirtschaftliche Kulturen darstellen. Wildschweinrotten, aber auch Rot- und Damwild wechseln aus oft entfernt liegenden Waldgebieten in diese Schläge ein und nehmen dort in vielen Fällen aufgrund von Ruhe und Fraß ihren ständigen Einstand. Der Schadumfang kann so beträchtliche Ausmaße annehmen, da es praktisch nicht möglich ist, Wildschäden durch Bejagung zu vermeiden. Ein Zusammenwirken zwischen Jägern und Landwirten ist in diesen Fällen im Interesse beider Gruppen notwendig. Die vielgestaltigen und regional sehr unterschiedlichen land- und forstwirtschaftlichen Verhältnisse und jagdlichen Revierstrukturen erfordern dabei sowohl von seiten der Landwirtschaft als auch des Jagdwesens ein flexibles Herangehen. Der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt e. V. und die Verbände der Landwirtschaft sind sich einig, dass eine wirkungsvolle und nachhaltige Vermeidung von Wildschäden mit Blick auf die konkreten Anbaustrukturen in der Landwirtschaft und die Verteilung der Wildbestände im Land ganz wesentlich von einem guten Miteinander vor Ort abhängen. Alle unterzeichnenden Verbände geben deshalb ihren Mitgliedern folgende Empfehlungen:
Sie halten einen umfassenden Informationsaustausch zwischen den Partnern für unabdingbar, der sowohl die Anbauvorhaben und die Entwicklungstendenzen in der Landwirtschaft als auch die jagdlichen Besonderheiten bei der Bewirtschaftung der Schalenwildbestände betrifft. In Beratungen zwischen Jägern, Landwirten und Bodeneigentümer werden die Möglichkeiten vor Ort diskutiert und in geeigneter Form dokumentiert.
- Hinweise auf besonders gefährdete Schläge - Informationen zur Fruchtfolge - Möglichkeiten des Aufschlusses großer Schläge durch Schussschneisen - Anbau niedrig wachsender Kulturen zwischen großen Schlägen oder an Waldrändern - Absprachen zu technischen Abwehrmaßnahmen - Gezielte Bemühungen der Jäger bei der Wildschadenverhütung unter intensiver Ausnutzung von Hinweisen der Landwirte
Der Landesjagdverband und die Verbände der Landwirtschaft und Bodeneigentümer sind sich einig, dass für beide Nutzergruppen ein gutes Miteinander vor Ort ganz wesentlich ist. In diesem Sinne werden sich die Verbände bemühen, bei etwaigen Streitfällen vor Ort auf ihre Mitglieder dahingehend einzuwirken, angemessene Lösungen im Sinne dieser Empfehlungen zu suchen. Dabei wird gegebenenfalls eine Vermittlung auf der Ebene der jeweiligen Kreisverbände empfohlen.
Mustervereinbarung über die Verhütung von Wildschäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen
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