Wildtiererfassung

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Wildtiererfassung

DJV veröffentlicht WILD-Bericht 2012

Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) ist ein bundesweites Monitoring-Programm, mit dem Daten zum Vorkommen, zur Häufigkeit und Bestandsentwicklung von Wildtieren erhoben werden. Über 1400 Reviere in Sachsen-Anhalt unterstützen die Wildtiererfassung. Das WILD Projekt umfasst drei Bereiche: die jährliche Erfassung ausgewählter Referenzreviere, die flächendeckende Erfassung der Reviere und die Betrachtung der Jahresstrecken. Diese drei Bausteine bilden die Basis für eine genaue Betrachtung von Wildtierpopulationen. WILD ist ein Projekt der Jäger und stellt seit 2001 einen dauerhaften Baustein der ökologischen Umweltbeobachtung dar. Wichtigstes Ziel ist die Dokumentation von Wildtierpopulationen, um hieraus Strategien für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Wildtieren zu entwickeln.

Waschbär (Procyon lotor)

Wild Waschbär Sachsen-Anhalt

Der Waschbär kommt in allen Bundesländern vor. Die Hauptverbreitungsgebiete liegen dabei in Brandenburg, Hessen und Sachsen-Anhalt mit Vorkommensanteilen über 70 Prozent. Sachsen-Anhalt nimmt dabei eine besondere Rolle ein, sowohl von Osten als auch von Westen wandern Waschbären in unser Bundesland ein. Die Ausbreitung dieser Art verläuft daher rasant. Die Verbreitung hat flächendeckend zugenommen. Selbst in der Börde, die nicht unbedingt Waschbärtypische Lebensräume bietet, breitet sich die Art weiter aus. Dieser Vorgang ist sehr wahrscheinlich auf die hohe Siedlungsdichte zurückzuführen.

Mit einem Streckenergebnis von 12.090 Waschbären im Jahr 2011 wurde das 2010’er Ergebnis um rund 4.000 überboten. An dem Streckenanstieg sind so auch die Städte Magdeburg, Halle und Dessau- Roßlau beteiligt. Rund 30 % der Strecke des Landes entfällt nach wie vor auf den Landkreis Stendal. Allein in diesem Landkreis wurde die Strecke um über 1.000 Waschbären erhöht. Auswirkungen auf die heimische Vogelwelt sind nachgewiesen. So belegen beispielsweise Beobachtungen der Vogelwarte Steckby, dass die je 300 Tiere umfassenden Graureiher- und Kormorankolonien des Naturschutzgebietes Steckby-Lödderitzer Forst nach 3 Jahren Anwesenheit des Waschbären nicht mehr nachweisbar waren.

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Marderhund (Nyctereutes procyonoides)

Wild 2011 Marderhund

Bereits in drei Erhebungen wurden die Vorkommen des Marderhundes im Rahmen des Projektes WILD in den Jagdbezirken Deutschlands erfasst. In 30 Prozent aller beteiligten Jagdbezirke kam der Marderhund im Jahr 2011 vor, das entspricht den Angaben aus dem Jahr 2009. Der Schwerpunkt seines Verbreitungsgebietes liegt nach wie vor im Nordostdeutschen Tiefland. Im Vergleich zu Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo die Art mit Vorkommensanteilen um die 85 Prozent fast flächendeckend vertreten ist, hat der Marderhund in Sachsen-Anhalt mit 55 Prozent eine geringere Verbreitung.

Die Hauptverbreitungsgebiete in Sachsen-Anhalt liegen weiterhin in den östlichen Landesteilen. Die Ausbreitung erfolgt weiterhin in südwestliche Richtung, jedoch nicht in der Schnelligkeit wie noch vor wenigen Jahren. Die Marderhundstrecke  bewegt sich in Sachsen-Anhalt mit 1.515 auf dem gleichen Niveau wie in den beiden vorangegangenen Jagdjahren. Der Schwerpunkt liegt dabei weiterhin in den östlichen Landkreisen Stendal, Jerichower Land und auch Wittenberg. Eine deutliche Steigerung ist im Altmarkkreis Salzwedel zu verzeichnen.

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Mink (Neovison vison)

Wild 2011 Mink

Der Mink kam 2011 in allen beteiligten Bundesländern vor. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt wie im Jahr 2006 im Nordostdeutschen Tiefland. Die Vorkommensanteile in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt liegen jeweils bei 21 Prozent. 

In Sachsen-Anhalt stellt sich die Situation wie folgt dar: Nach der Freilasung von rund 15.00 Nerzen aus einer Zuchtfarm im Jerichower Land sollen sich etwa 1.500 bis 2.000 Tiere in der freien Natur fest etabliert haben. Danach erfolgte eine relativ rasche Ausbreitung entlang der Elbe und ihrer Nebenflüsse. Aufgrund seiner carnivoren Lebensweise ist bei erhöhten Besätzen ein negativer Einfluss auf die Vogelwelt belegt. Laut Wildbericht 2011 ist eine vollständige Besiedlung durch den Mink auszuschließen, da sein Vorkommen sehr eng an das Vorhandensein geeigneter Gewässer gebunden ist. 

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