Künftiges Management des Wolfes in Deutschland

Jäger unterstützen Wolfsmonitoring

Die Populationsentwicklung des Wolfes in Deutschland verläuft sehr dynamisch. In Anlehnung an Erfahrungen aus Schweden kann derzeit mit einem jährlichen Zuwachs von bis zu 30 Prozent gerechnet werden. Diese Entwicklung wird nicht ohne Konflikte bleiben.

Grundvoraussetzung für das Management ist der Aufbau eines soliden, internationalen Monitorings, incl. populationsgenetischer Untersuchungen. National sollte dies von einer Bundeseinrichtung koordiniert werden. Die Jägerschaft ist sowohl bei der praktischen Feldarbeit als auch bei der Bewertung der Ergebnisse zur Akzeptanzförderung dauerhaft einzubinden. Die Ergebnisse sind zeitnah zu veröffentlichen und der Austausch darüber zu fördern.

Dies setzt gegenseitige Akzeptanz, Ehrlichkeit und Offenheit zwischen allen Beteiligten voraus. Die Argumente der ländlichen Bevölkerung müssen ernst genommen werden, dies gilt auch für die berechtigten Anliegen der Jägerschaft, natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen zu wollen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert einen offiziellen, nationalen Wolf-Managementplan, der sich an internationalen Vorgaben orientiert und auch die berechtigten Interessen der Menschen im ländlichen Raum berücksichtigt. Der Managementplan, der auch die Bestände der Beutetiere des Wolfes mit einbezieht, muss konkrete Handlungsempfehlungen für bekannte Konfliktszenarien (auch Seuchenprophylaxe) enthalten und stellt damit den Rahmen für die Wolf-Managementpläne der Länder dar.

Basierend auf den Ergebnissen des Monitorings kann von einer paritätisch, international besetzten Expertengruppe eine Einschätzung der aktuellen Bestandssituation der Wolfs-population vorgenommen werden.

Wissensdefizite zur Raumnutzung des Wolfes in der Kulturlandschaft sind abzubauen, um möglichst realitätsnahe Habitatmodelle entwickeln zu können. Dabei ist auch die sozio-ökonomische Tragfähigkeit des Lebensraumes in Deutschland zu berücksichtigen.

Auch offene Fragen der Jägerschaft sind zu klären. Welchen Einfluss hat der Wolf auf die Wildtierbestände und deren Lebensräume? Welche Konsequenzen hat dies für die jagdliche Praxis (etwa: Abschussplanung; Verbreitung von Wildtierkrankheiten wie Tollwut, Staupe, Räude, Aujeszkysche Krankheit, klassische und afrikanische Schweinepest; Gefahr für Hunde bei Drückjagden; Verpachtbarkeit von Revieren)?

Vor dem Hintergrund, dass der von der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geforderte „günstige Erhaltungszustand“ voraussichtlich in einigen Jahren erreicht wird, fordert der DJV die Verantwortlichen von Bund und Länder auf, sich schon jetzt damit auseinanderzusetzen, wie die zunehmende Wolfspopulation auf einem stabilen, den Lebens-raumbedingungen angepassten Niveau gehalten werden kann. Anhangsänderungen der FFH-Richtlinie mit den entsprechenden Konsequenzen müssen dabei in Betracht gezogen werden.

Die Jägerschaft wird ihren gesellschaftlichen Beitrag zum Erhalt der Wolfspopulation in Deutschland leisten und unterstützt sowohl Monitoring als auch Grundlagenforschung zum Wolf.

Die Populationsentwicklung des Wolfes in Deutschland verläuft sehr dynamisch. In Anlehnung an Erfahrungen aus Schweden kann derzeit mit einem jährlichen Zuwachs von bis zu 30 Prozent gerechnet werden. Diese Entwicklung wird nicht ohne Konflikte bleiben.

Grundvoraussetzung für das Management ist der Aufbau eines soliden, internationalen Monitorings, incl. populationsgenetischer Untersuchungen. National sollte dies von einer Bundeseinrichtung koordiniert werden. Die Jägerschaft ist sowohl bei der praktischen Feldarbeit als auch bei der Bewertung der Ergebnisse zur Akzeptanzförderung dauerhaft einzubinden. Die Ergebnisse sind zeitnah zu veröffentlichen und der Austausch darüber zu fördern.

Dies setzt gegenseitige Akzeptanz, Ehrlichkeit und Offenheit zwischen allen Beteiligten voraus. Die Argumente der ländlichen Bevölkerung müssen ernst genommen werden, dies gilt auch für die berechtigten Anliegen der Jägerschaft, natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen zu wollen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert einen offiziellen, nationalen Wolf-Managementplan, der sich an internationalen Vorgaben orientiert und auch die berechtigten Interessen der Menschen im ländlichen Raum berücksichtigt. Der Managementplan, der auch die Bestände der Beutetiere des Wolfes mit einbezieht, muss konkrete Handlungsempfehlungen für bekannte Konfliktszenarien (auch Seuchenprophylaxe) enthalten und stellt damit den Rahmen für die Wolf-Managementpläne der Länder dar.

Basierend auf den Ergebnissen des Monitorings kann von einer paritätisch, international besetzten Expertengruppe eine Einschätzung der aktuellen Bestandssituation der Wolfs-population vorgenommen werden.

Wissensdefizite zur Raumnutzung des Wolfes in der Kulturlandschaft sind abzubauen, um möglichst realitätsnahe Habitatmodelle entwickeln zu können. Dabei ist auch die sozio-ökonomische Tragfähigkeit des Lebensraumes in Deutschland zu berücksichtigen.

Auch offene Fragen der Jägerschaft sind zu klären. Welchen Einfluss hat der Wolf auf die Wildtierbestände und deren Lebensräume? Welche Konsequenzen hat dies für die jagdliche Praxis (etwa: Abschussplanung; Verbreitung von Wildtierkrankheiten wie Tollwut, Staupe, Räude, Aujeszkysche Krankheit, klassische und afrikanische Schweinepest; Gefahr für Hunde bei Drückjagden; Verpachtbarkeit von Revieren)?

Vor dem Hintergrund, dass der von der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geforderte „günstige Erhaltungszustand“ voraussichtlich in einigen Jahren erreicht wird, fordert der DJV die Verantwortlichen von Bund und Länder auf, sich schon jetzt damit auseinanderzusetzen, wie die zunehmende Wolfspopulation auf einem stabilen, den Lebens-raumbedingungen angepassten Niveau gehalten werden kann. Anhangsänderungen der FFH-Richtlinie mit den entsprechenden Konsequenzen müssen dabei in Betracht gezogen werden.

Die Jägerschaft wird ihren gesellschaftlichen Beitrag zum Erhalt der Wolfspopulation in Deutschland leisten und unterstützt sowohl Monitoring als auch Grundlagenforschung zum Wolf.

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Monitoringbericht für den Wolf in Sachsen-Anhalt Monitoringjahr 2013-2014

Seit 2008 sind in Sachsen-Anhalt im Zuge der natürlichen Wiederbesiedlung Wölfe erneut heimisch geworden. Seitdem wird ihr Bestand durch ein intensives Monitoring des Landesamtes für Umweltschutz gemeinsam mit einem sich kontinuierlich erweiternden Kreis von Kooperationspartnern überwacht. Die Ergebnisse werden seit 2013 jährlich in einem landesweiten Monitoringbericht zusammengefasst, der die wesentlichen Fakten und daraus abgeleiteten Bewertungen auf wissenschaftlich nachvollziehbare Weise darstellt. Der Monitoringbericht umfasst jeweils den Zeitraum vom 01.05. bis 30.04. des Folgejahres. Der Bericht des Monitoringjahres 2013-2014 wurde Ende 2014 fertiggestellt. Kooperationspartner waren die Bundesforstbetriebe Nördliches Sachsen-Anhalt und Mittelelbe, die Referenzstelle Wolfsschutz des Landes Sachsen-Anhalt in der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe, der Landesforstbetrieb und das Landeszentrum Wald, der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt, der WWF Deutschland und die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe. Im Monitoringjahr wurden insgesamt 1.140 Hinweise auf Wölfe aufgenommen und bewertet. Dies stellt eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr mit 583 Hinweisen dar. Eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist auch bei den Wolfsansiedlungen (Rudel, Paare, territoriale Einzeltiere) zu verzeichnen. Es wurden 6 Rudel und ein territorialer Einzelwolf in Sachsen-Anhalt festgestellt. Im Vorjahr waren es noch 3 Rudel, 2 Paare und vermutlich ein territorialer Einzelwolf. Die Rudelterritorien liegen teilweise im Grenzbereich zu den benachbarten Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Als Populationsgröße wird europaweit einheitlich die Anzahl erwachsener, geschlechtsreifer Tiere (Alter > 2 Jahre) innerhalb der territorialen Ansiedlungen herangezogen, da nur diese Tiere für die Reproduktion in Frage kommen. Im Monitoringjahr 2013-2014 wurden 14 adulte, geschlechtsreife Wölfe innerhalb der Rudel nachgewiesen. Darunter sind neben den Elterntieren der Rudel auch einige ältere Tiere aus früheren Würfen (z.B. Rudel Altengrabow). Im Jahr 2013 kamen 29-30 Welpen zur Welt und wurden aufgezogen. Davon überlebten nachweislich 3 Welpen nicht das erste Lebensjahr. Insgesamt wurde zum Ende des Monitoringjahres eine Gesamtzahl von 49 Wölfen einschließlich von Jungwölfen (Alter < 2 Jahre) nachgewiesen. Weitere Wölfe durchwanderten das Land, ohne sich dauerhaft anzusiedeln. Die Anzahl dieser nicht residenten Wölfe kann nicht seriös geschätzt werden und bleibt bei der Populationsgröße unberücksichtigt, da diese Tiere nicht zum reproduzierenden Bestand gehören. 4 Wölfe wurden im Monitoringjahr Verkehrsopfer an Straßen in Sachsen-Anhalt.  Die Anzahl von gerissenen Nutztieren ist auch weiterhin gering: im Monitoringjahr wurden landesweit 12 Vorfälle registriert, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen oder zumindest nicht ausgeschlossen werden konnte. Seit 2014 können Präventionsmaßnahmen von Tierhaltern gefördert werden (Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen des Herdenschutzes von Schafen, Ziegen und Gehegewild vor dem Wolf).

Weiterhin wurde im Auftrag des Landesamtes für Umweltschutz eine Nahrungsanalyse von Wölfen mit Schwerpunkt auf den Truppenübungsplatz Altengrabow durch das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz durchgeführt. Hierbei wurde wiederum deutlich, dass wildlebendes Schalenwild die Hauptnahrung der Wölfe darstellt, es jedoch regionale Unterschiede im Beutespektrum gibt. So spielt z.B. das Damwild in der Lausitz eine besonders große Rolle. Im Monitoringjahr 2013-14 wurden im Rahmen eines Fördermittelprojektes in Trägerschaft des WWF Deutschland insgesamt 10 Personen in der Erkennung und Dokumentation von Wolfshinweisen geschult. Der Personenkreis setzte sich insbesondere aus Mitarbeitern des Landesforstbetriebes bzw. des Landeszentrums Wald Sachsen-Anhalt, der Bundesforstbetriebe sowie Vertretern der Jägerschaft zusammen. Das Projekt wurde mit ELER-Fördermitteln der EU, kofinanziert durch das Land Sachsen-Anhalt, realisiert.

Der Bericht steht unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: Wolfsmonitoring

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Kooperationsvereinbarung zum Wolf unterzeichnet

Land holt sich Jäger als Wolfsexperten

Die Jäger in Sachsen-Anhalt werden das Land beim Monitoring und Management des Wolfes unterstützen. Dazu haben am 06. März der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Hermann Onko Aeikens und der Präsident des Landesjagdverbands, Dr. Hans-Heinrich Jordan eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Sie regelt die Zusammenarbeit bei der Erfassung, Dokumentation und Bewertung von Hinweisen zu Wolfsvorkommen sowie bei Planungen, Maßnahmen und Folgenbewältigung, die im Zusammenhang mit der Rückkehr des Wolfes stehen. So sind z.B. alle zufällig anfallenden Hinweise zu erfassen.

Aeikens sagte: „Der Wolf wird sich als natürlicher Bestandteil der Ökosysteme wieder dauerhaft in unseren Regionen ansiedeln. Doch vor dem Hintergrund des bestehenden Konfliktpotenzials ist es wichtig, die Bestandssituation festzustellen und stetig zu aktualisieren. Die in der freien Natur tätigen Jäger erfüllen die Voraussetzungen, ein derartiges Monitoring zu unterstützen. Eine verbesserte Datenlage erhöht die Möglichkeiten eines effektiven Managements zur Vermeidung möglicher Konflikte. Ziel ist es, die Akzeptanz für die Rückkehr des Wolfes in der Bevölkerung zu erhöhen.“

Jordan erklärte: „Das natürliche Verbreitungsgebiet nimmt stetig zu, so dass davon auszugehen ist, dass diese Art ein lebensfähiges Element des Lebensraumes bildet. Wir betrachten den Erhaltungszustand der westpolnischen und ostdeutschen Wolfspopulation entsprechend der FFH-Richtlinie als günstig. Mit Besorgnis müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Entwicklung der Wolfsbestände in der Bevölkerung zu wachsenden kritischen Diskussionen und Auseinandersetzungen führt. Die betroffenen Landnutzer, ob Landwirte oder Schäfer verfolgen oftmals mit großer Unsicherheit und Betroffenheit negative Auswirkungen von Konflikten mit dem Wolf. Die Jägerschaft möchte ihren gesellschaftlichen Beitrag zum Management der Wolfspopulation in Deutschland leisten und versteht das Monitoring nicht als Selbstläufer sondern als Verpflichtung.“

Mit der Wiedereinwanderung des Wolfes nach Sachsen-Anhalt und der feststellbaren Reproduktion besteht nunmehr die Pflicht, über die Vorkommen im sechsjährigen Turnus der FFH-Berichterstattung zu berichten. Dieser Bericht ist die Grundlage für die Bewertung des Erhaltungszustandes der Art. Nach Ansicht des LJV-Präsidium verläuft die Rückkehr des Wolfes schneller als erwartet, weswegen die Notwendigkeit einer einer Neubewertung des Schutzstatus gleichermaßen rascher angegangen werden sollte.

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Fakten zum Wolf

Jäger werden gemeinsam mit dem WWF zu Nachweisexperten ausgebildet in einer Mehrtägigen Schulung werden die wissenschaftliche Kriterien (SCALP Kriterien) vermittelt, die bundesweit eine einheitliche Erfassung gewährleisten.

Fragen und Antworten zum Wolf

Zum Wolf kursieren bekanntlich Märchen, viele alte aber auch einige neue sind darunter. So zum Beispiel das Sachsen-Anhalt 1000 Wölfe beheimaten soll oder das eine Überführung in das Jagdgesetz eine Jagdzeitenverordnung nach sich zieht.
Der folgende Beitrag soll Licht in den Zahlendschungel und die Gerüchteküche um den Wolf bringen.

Neue Position des Deutschen Jagdverbandes

Nicht alle Jäger sehen dieser Entwicklung ohne Sorgen entgegen. Im Juni 2013 verabschiedeten die Vertreter der Jägerinnen und Jäger eine überarbeitete Fassung der Standortbestimmung Jagd. Geändert wurde in diesem Zusammenhang auch die Position zum Großraubwild. Eine Kernaussage besagt, dass die natürliche Zuwanderung von heimischen Großsäugern seitens der Jägerschaft intensiv begleitet wird und das Vorhandensein geeigneter Lebensräume zwingend notwendig für die Rückkehr des Wolfes ist. Eine Forderung des Deutschen Jagdverbandes ist, dass die Interessen der Landnutzer, Jäger und der ländlichen Bevölkerung in den betroffenen Gebieten angemessen berücksichtigt werden müssen.

Was macht der LJV Sachsen-Anhalt?

Vor dem Hintergrund der geänderten Standortbestimmung Jagd hat der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt derzeit eine Kooperationsvereinbarung mit dem Land Sachsen-Anhalt erarbeitet. Ziel ist es unsere Jägerschaft in den Prozess mit einzubringen damit unser Verband politisch aktiver werden kann. Dafür werden einzelne Jäger in Gebieten mit Wolfsvorkommen zu so genannten Wolfskundigen Personen ausgebildet. Die Schulungen werrden gemeinsam mit dem WWF und dem Landesamt für Umweltschutz organisiert. In den Aufgabenbereich der Wolfskundigen Personen fallen die Aufnahme von Rissmeldungen bei Wildtieren, Losungen oder Fährtenbilder nach wissenschaftlichen Kriterien, den so genannten „Scalp-Kriterien“.

Gemeinsam mit dem WWF hat der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt eine Reihe von Fachgesprächen zum Thema Wolf organisiert. In einer ersten Veranstaltung am 26.10. hat Mark Nitze, FB Forstzoologie Tharandt der Universität Dresden in den Räumen der LJV-Geschäftsstelle seine Ergebnisse der Untersuchungen am Schalenwild im Wolfsgebiet der Oberlausitz vorgestellt. In einem weiteren Fachgespräch im Frühjahr 2014 soll auch die Frage „Wolfs in Jagdrecht?“ erörtert werden.

Was sind Scalp-Kriterien?

Die Scalp-Kriterien werden in 3 Kategorien eingeteilt:

C1: eindeutiger Nachweis = harte Fakten, die die Anwesenheit eines Großraubtiers eindeutig bestätigen (Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto, Telemetrieortung).

C2: Bestätigter Hinweis = erfahrener Person überprüfter Hinweis (z. B. Spur oder
Riss), bei dem ein Großraubtier als Verursacher bestätigt werden konnte. Die erfahrene Person kann den Hinweis selber im Feld oder anhand einer Dokumentation von einer dritten Person bestätigen.

C3: Unbestätigter Hinweis = Alle Hinweise, bei denen ein Großraubtier als Verursacher auf Grund der mangelnden „Beweislage“ von einer erfahrenen Person weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte. Dazu zählen alle Sichtbeobachtungen, auch von erfahrenen Personen, ferner alle Hinweise, die zu alt sind, unklar, unvollständig dokumentiert sind, zu wenige um ein klares Bild zu ergeben (z. B. bei Spuren) oder aus anderen Gründen für eine Bestätigung nicht ausreichen; ebenso alle Hinweise, die nicht überprüft werden konnten. Die Kategorie C3 kann in Unterkategorien „wahrscheinlich“ und „unwahrscheinlich“ unterteilt werden.

An wen muss ich mich bei Wolfshinweisen wenden?

Für die Entgegennahme von Informationen steht jederzeit die LJV-Geschäftsstelle zur Verfügung. Risse oder Fährtenbilder werden dann im Weiteren von kundigen Personen überprüft und aufgenommen. Ansprechpartner zur Überprüfung von Wolfsnachweisen sind werden derzeit in einer Liste zusammengefasst.

Bestätigter Wolfsbestand in Sachsen-Anhalt

Die Ausbreitung von Wölfen in Sachsen-Anhalt erreichte in diesem Jahr eine neue Qualität. Erstmals wurde ein Rudel außerhalb des Truppenübungsplatzes vom Landesamt für Umweltschutz (LAU) bestätigt. Weiterhin ergibt sich aus einer schriftlichen Anfrage an den Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens die Information, dass sich neben zwei bestätigten Rudeln, 3 weitere Wolfspaare auf dem Truppenübungsplatz Annaburger Heide, dem Truppenübungsplatz Altmark und in den Zichtauer Bergen regelmäßig in Sachsen-Anhalt aufhalten. Damit ergibt sich für unser Bundesland eine Gesamtzahl von ca. 26 Wölfen.

Wie viel Wölfe verträgt Sachsen-Anhalt?

Gemäß Anhang 4 der Flora und Fauna Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) steht der Wolf unter strengem Schutz. Ziel dieses Schutzstatus ist das Erreichen eines günstigen Erhaltungszustandes einer Population. Gemessen an internationalen Kriterien, gab das Bundesamt für Naturschutz bekannt, dass der günstigste Erhaltungszustand für den Wolf bei 1000 Individuen liegt. Der angenommene Lebensraum für diese Population erstreckt sich dabei aber nicht auf Sachsen-Anhalt sondern auf ein Areal, das von Westpolen bis nach Ostdeutschland reicht. Bezogen auf den Flächenanteil unseres Bundeslandes ergibt sich nach Meinung des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt somit ein maximaler Wolfsbestand von 60 – 70 Wölfen. Zum Bestand zählen alle Rudel, Paare und Einzeltiere in diesem Gebiet. Nach Art. 17 der FFH-Richtlinie ist das Land verpflichtet, den Bestand regelmäßig zu ermitteln. In Sachsen-Anhalt ist mit dieser Aufgabe das Landesamt für Umweltschutz (LAU) als Fachbehörde betraut.

Darf ein Jäger einen Wolf von unnötigen Qualen erlösen?

Nein, das Erlösen einer geschützten Art wie dem Wolf fällt nicht in die Zuständigkeit der Jäger. Nach derzeitigem Stand muss zunächst die zuständige untere Naturschutzbehörde informiert werden, die einen Veterinär bestimmt, der eine Nottötung vornehmen darf.

Überführung des Wolfes in das Jagdrecht

Eine Überführung in das Landesjagdgesetz hätte, wie am Beispiel Sachsen erkennbar, keine Auswirkung auf den Schutzstatus des Wolfes. Solange der Wolf ausschließlich dem Naturschutzrecht unterliegt, hat vorrangig der Bund die Gesetzgebungskompetenz. Die Aufnahme in den Katalog der jagdbaren Arten ist zwar theoretisch möglich, praktisch darf ein Bundesland aufgrund von Zugriffsverboten der EU dem Wolf jedoch keine Jagdzeit einräumen.

Ersatz für Schäden/ Wildschaden

Schäden durch Wölfe werden ggf. nur auf freiwilliger Basis durch die Länder ersetzt. Da Wölfe nicht zu den jagdbaren Arten gehören, ist kein Wildschadensersatz zu leisten. Dies gilt selbst bei einer Ausdehnung des Jagdrechts auf den Wolf, weil Prädatoren nicht der Wildschadensersatzpflicht des BJagdG unterliegen.

Wie nimmt die Bevölkerung den Wolf wahr?

Solange es sich bei Wölfen um einzelne Exemplare handelt, werden diese von der allgemeinen Bevölkerung kaum wahrgenommen. Demzufolge besteht eher eine positive Grundhaltung gegenüber dem Artenschutz. Vor dem Hintergrund der Populationszunahme ist jedoch damit zu rechnen, dass es künftig zu vermehrten Begegnungen der Erholung suchenden Bevölkerung mit Wölfen kommt. Neben konkreten Konflikten können in diesem Zusammenhang auch historisch gewachsene Vorbehalte und Ängste eine erhebliche Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung spielen.

Wilko Florstedt
Dietrich Meyer-Ravenstein

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Der Obmann für Wolfsmanagement

Klaus Puffer wurde am 07.September durch das Präsidium zum Landesobmann für Wolfsmanagement  berufen.

Das Präsidium des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt hat auf seiner erweiterten Präsidiumssitzung am 07. September Klaus Puffer zum Landesobmann für Wolfsmanagement berufen. Puffer ist in seiner Position als Förster im Bundesforst seit vielen Jahren als Wolfskundiger tätig und bringt mit dem Status der „erfahrenen Person“ eine umfangreiche Qualifikation für das Amt mit. In seiner Funktion als Landesobmann steht er dem Präsidum des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt beratend zur Seite und ist Ansprechpartner für alle im LJV aktiven Wolfskundigen. Das Präsidium unterstützt die Gründung einer Arbeitsgruppe, über die ein regelmäßiger Austausch und Weiterbildungen der am Monitoring beteiligten Jäger organisiert werden sollen.

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